Die Frankfurter Goethe-Universität bietet zum kommenden Wintersemester deutlich weniger Studienplätze an. Wie die Hochschule mitteilte, werden insgesamt 455 Plätze im Vergleich zum Vorjahr gestrichen. Betroffen sind unter anderem das gymnasiale Lehramt, Jura im Staatsexamen, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaft, Soziologie, Erziehungswissenschaften, Biochemie und Sportwissenschaften. Die Universität reagiert damit auf finanzielle Engpässe und Einsparungen, die das Land Hessen den Hochschulen auferlegt hat.
Präsident Schleiff: Entscheidung nicht leichtgefallen
Universitätspräsident Enrico Schleiff betonte, dass die Entscheidung schwergefallen sei. „Uns ist die Entscheidung nicht leichtgefallen“, sagte Schleiff. Einerseits habe die Universität die Aufgabe, die nächste Generation auf hohem Niveau auszubilden. Andererseits müssten die Lehrenden vor Überlastung geschützt und Forschung ermöglicht werden. „Die finanziellen Rahmenbedingungen der nächsten Jahre lassen uns Universitäten nur sehr wenig Spielraum, genau das zu fördern und unterstützen“, erklärte er.
Die Verringerung der Zulassungszahlen in NC-Fächern sei nur ein erster Schritt eines umfassenderen Prozesses finanzieller und struktureller Konsolidierung. „Das ist leider bittere Realität im gesamten Hochschulsystems Hessens“, so der Präsident.
Hessischer Hochschulpakt 2026–2031
Der hessische Hochschulpakt für die Jahre 2026 bis 2031 sieht vor, dass die Universitäten und Fachhochschulen in Hessen im Jahr 2026 rund 30 Millionen Euro einsparen müssen. Im Jahr darauf kehrt ihr Budget auf das Niveau von 2025 zurück. Ab 2028 steigen die Landesmittel dann jährlich. Die Goethe-Universität reagiert mit der Kürzung der Studienplätze auf diese Vorgaben.
Die Maßnahme betrifft vor allem Fächer mit Numerus Clausus. Die genauen Auswirkungen auf die Bewerberzahlen und die Studienanfänger sind noch unklar. Die Universität empfiehlt Studieninteressierten, sich frühzeitig über alternative Studiengänge zu informieren.



