Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) hat die Pläne der Deutschen Bahn für ein Alkoholverbot an Bahnhöfen als inkonsequent kritisiert. „Konsequenterweise muss Alkohol auch in den Zügen selbst tabu sein“, erklärte sein Ministerium. „Ich bin dafür, dass wir einen klaren Schnitt machen: Kein Alkohol an den Bahnhöfen und kein Alkohol in den Zügen. Punkt.“, so Crumbach.
Bahn plant Alkoholverbot an 5.400 Bahnhöfen
Die Deutsche Bahn hatte angekündigt, dass an den bundesweit 5.400 Bahnhöfen künftig das Trinken von Bier, Wein, Schnaps oder anderen alkoholischen Getränken untersagt sein soll. Die flächendeckende Umsetzung soll bis zum 15. Oktober 2026 abgeschlossen sein. Ziel sei der Schutz der Bahn-Mitarbeiter und der Reisenden. Ausgenommen bleibt der Konsum in der lizenzierten Bahnhofsgastronomie. Auch das Mitführen von Alkohol in verschlossenen Taschen oder aus Einkäufen soll weiterhin erlaubt sein. Ein Verbot innerhalb der Züge ist bislang nicht vorgesehen.
Crumbach: Öffentlicher Nahverkehr alkoholfrei machen
Crumbach fordert eine Ausweitung des Verbots: „Der nächste logische Schritt ist, den Alkoholkonsum im öffentlichen Nahverkehr insgesamt zu untersagen – in Regionalzügen, S-Bahnen und Bussen.“ Er betont, dass viele Übergriffe auf Zugbegleiter und ein Großteil der Stress-Situationen im Zug unter Alkoholeinfluss stattfänden. „Wer unbedingt trinken will, kann das zu Hause oder in der Kneipe tun. Bahn und Bus sind dafür der falsche Ort.“
Der Minister ergänzt, dass zusätzlich Sicherheitskräfte, Bodycams und konsequente Strafverfolgung nötig seien. „Das eine ersetzt das andere nicht.“ Ohne ein klares Alkoholverbot würde man nur hinterher aufräumen, anstatt „Probleme an der Wurzel zu packen“.



