Leserbrief: Berlin und Umland – Kooperation statt Abschottungsrhetorik
Berlin und Umland: Kooperation statt Abschottung

Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel „Ist der Traum vom Eigenheim im Umland vorbei?“ gelesen. Er zeichnet ein differenziertes Bild der Situation – gestützt durch Zahlen und bereichert durch die Stimmen von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus verschiedenen Gemeinden.

Umso mehr hat mich ein Zitat von Herrn Rother (Bürgermeister aus der Gemeinde Leegebruch) irritiert: „Uns ist wichtig, dass wir uns nicht schlucken lassen.“ Diese Formulierung erscheint mir problematisch, weil sie eine wachsende Stadt nicht als Partner, sondern als Bedrohung darstellt. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wer mit dem „uns“ eigentlich gemeint ist.

Wachsende Stadt als Chance

Berlin wächst und zieht Menschen an – das ist eine Tatsache. Viele von ihnen suchen bezahlbaren Wohnraum im Umland, was zu steigenden Immobilienpreisen und einer verstärkten Nachfrage nach Infrastruktur führt. Statt jedoch mit Abschottungsrhetorik zu reagieren, sollten die Gemeinden die Chancen dieser Entwicklung erkennen. Eine wachsende Stadt kann ein Partner sein, der neue Arbeitsplätze, kulturelle Vielfalt und wirtschaftliche Impulse bringt.

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Ein positives Beispiel ist die Gemeinde Kleinmachnow. Dort hat man frühzeitig auf Kooperation gesetzt und gemeinsam mit Berlin Projekte im Bereich Verkehr und Wohnungsbau umgesetzt. Die Bürgermeisterin betonte in einem Interview: „Wir sehen den Zuzug nicht als Bedrohung, sondern als Möglichkeit, unsere Gemeinde zu stärken.“ Diese Haltung zeigt, wie eine konstruktive Zusammenarbeit aussehen kann.

Gemeinsam statt gegeneinander

Die Herausforderungen – wie Verkehrsinfrastruktur, Schulplätze und Wohnraum – lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Eine „Abschottungsrhetorik“ spaltet und verhindert notwendige Lösungen. Stattdessen sollten Berlin und das Umland an einem Strang ziehen. Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg sind gefordert, Rahmenbedingungen für eine enge Kooperation zu schaffen. Dazu gehören gemeinsame Planungsverbünde und eine faire Verteilung von Lasten und Nutzen.

Wie sehen Sie das? Diskutieren Sie mit! Wir freuen uns über Ihre Meinung.

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