Berliner CSD 2026: Drag March und Dyke*March starten – Newsblog
Berliner CSD 2026: Drag March und Dyke*March gestartet

Berlin steht vor dem größten Christopher Street Day (CSD)-Wochenende aller Zeiten. Erstmals wird an zwei Tagen demonstriert und gefeiert. Hunderttausende Menschen werden zu den Veranstaltungen erwartet. Bereits am Freitag starteten der Drag March und der Dyke*March, begleitet von einem Bühnenprogramm vor dem Brandenburger Tor. Rapperin Ikkimel trat auf. Am Samstag folgt die große Demonstration für queere Rechte durch Berlin, mit einem Abschlusskonzert auf der Straße des 17. Juni, bei dem unter anderem Sarah Connor singt.

Drag March eröffnet mit historischer Hymne

Um kurz nach 17 Uhr setzte sich der erste Berliner Drag March in Bewegung, angeführt von der Blaskapelle Transophonix. Die Menge war zunächst überschaubar, der Umzug etwa 100 Meter lang. Zum Auftakt spielte die Kapelle das „Lila Lied“, das als erste Hymne der homosexuellen Bewegung gilt. Es entstand 1920 in der Weimarer Republik und besingt das Anderssein als Grund für Selbstbewusstsein – eine Botschaft, die mehr als 100 Jahre später den ersten Berliner Drag March eröffnete.

Der Drag March wird unter anderem vom Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz als Co-Hosts begleitet. „Drag Queens wurden immer wieder diskriminiert und nicht gut angenommen. Dabei sind sie ein Kulturgut der queeren Community“, sagte Schwester Pia. Sie erinnerte daran, dass Drag Queens bereits bei den Stonewall-Unruhen zu den ersten gehörten, die für die Rechte queerer Menschen kämpften.

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Dyke*March sammelt sich vor dem Roten Rathaus

Nahe dem Neptunbrunnen versammelte sich der lesbische Dyke*Protest. Einige tausend Menschen warteten auf den Start der Demo, lackierten Fingernägel oder posierten für Selfies. Die Kundgebung sollte um 17 Uhr mit Redebeiträgen beginnen. Gegen 17.20 Uhr verlasen die Veranstalterinnen die Auflagen der Polizei, darunter ein Verbot von Kennzeichen terroristischer Organisationen wie der Hamas. Im Vorfeld hatte es Diskussionen über die Teilnahme des palästinasolidarischen „internationalistischen Blocks“ gegeben – entsprechende Flaggen waren jedoch nicht zu sehen.

Queere Parteiorganisationen unterstützen World-Pride-Bewerbung

Die queeren Parteiorganisationen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und FDP veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung zum CSD. Darin sprechen sie sich für eine finanzielle Unterstützung der Bewerbung des Berliner CSD für den World Pride 2032 aus. „Politisch trennt uns Vieles – für manche auch über die Schmerzgrenze hinaus. Dessen sind wir uns bewusst. Bei einem Thema sind wir uns allerdings einig: Wir stärken dem Berliner CSD bei seiner Bewerbung für den World Pride 2032 den Rücken“, hieß es. Die Organisationen fordern, die Ausrichtung des World Pride finanziell verbindlich abzusichern und im nächsten Koalitionsvertrag zu verankern.

BSR im Großeinsatz: 150 Beschäftigte und 60 Fahrzeuge

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist beim CSD mit 150 Beschäftigten und 60 Fahrzeugen im Einsatz. Verteilt auf fünf Schichten dauern die Reinigungsarbeiten voraussichtlich bis zum späten Sonntagabend. Im Jahr 2025 sammelte die BSR rund 120 Kubikmeter Abfall auf dem CSD – ein Rückgang gegenüber 360 Kubikmetern im Jahr 2022, 240 Kubikmetern 2023 und 160 Kubikmetern 2024. Die BSR führt zudem eine Pfandflaschen-Spendenaktion durch: An Sammelstellen am Potsdamer Platz, Nollendorfplatz und An der Urania können Teilnehmende Glas-Pfandflaschen abgeben; die Erlöse gehen an gemeinnützige Einrichtungen.

Wetterglück und Verkehrseinschränkungen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für Freitag sonniges Wetter mit 22 bis 24 Grad, für Samstag heitere Bedingungen bei 27 bis 29 Grad – ideales CSD-Wetter. Die S-Bahn-Strecke zwischen Friedrichstraße und Zoologischer Garten ist von Freitagabend 22 Uhr bis Montagfrüh 1.30 Uhr gesperrt, betroffen sind die Linien S3, S5, S7 und S9. Auch die Regionalzüge RE1, RE2 und RE7 fahren nicht zwischen Ostbahnhof und Charlottenburg. Der CSD empfiehlt die Nutzung von Ringbahn, S15, U2 und U5 und warnt, dass U-Bahnhöfe früher geschlossen werden könnten.

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BVG zeigt Solidarität: Alexanderplatz umbenannt

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben die Haltestelle Alexanderplatz in „Alex (m/w/d/x)“ umbenannt und den Eingang mit der Progress-Flagge geschmückt. Die Flagge vereint die klassischen Regenbogenfarben mit Symbolen für trans*, inter* und nicht-binäre Menschen, People of Colour und Opfer von Aids.

Hintergrund: Warum Pride auch 2026 nötig ist

Ein Beitrag von Luga Lang beleuchtet, wie rechte Kräfte weltweit gezielt queere und insbesondere trans Personen angreifen. Der Text zeigt, dass der Kampf gegen die sogenannte „Gender-Ideologie“ weit über die rechte Szene hinaus Anklang findet und die Mobilisierung gegen trans Menschen anhält.