Die Berliner Schulen stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Lehrermangel, Sanierungsstau, Digitalisierung und Inklusion belasten das System. Die Parteien haben konkrete Pläne vorgelegt, wie sie die Bildung in der Hauptstadt verbessern wollen. Die Redaktion hat die Wahlprogramme von CDU, SPD, Grünen und AfD analysiert.
CDU: Mehr Leistungsorientierung und Disziplin
Die CDU setzt auf eine Rückkehr zu mehr Leistungsorientierung. Sie fordert die Wiedereinführung von Kopfnoten für Verhalten und Mitarbeit. Zudem sollen die Berliner Schulen mehr Eigenverantwortung erhalten. „Wir wollen, dass jede Schule ein eigenes Budget und mehr Freiheit bei der Personalauswahl bekommt“, sagt Bildungsexpertin Nicole Dolif. Die Partei plant zudem eine striktere Schulpflicht bei Fehlzeiten.
SPD: Investitionen in Personal und Ausstattung
Die SPD will vor allem in mehr Lehrkräfte und moderne Ausstattung investieren. Sie verspricht 1.000 zusätzliche Stellen für Pädagogen und Schulpsychologen. „Die Digitalisierung muss ankommen – jedes Klassenzimmer braucht WLAN und interaktive Tafeln“, so ein Sprecher. Zudem sollen Schulgebäude schneller saniert werden. Ein Sonderprogramm von 500 Millionen Euro ist geplant.
Grüne: Inklusion und Klimaschutz an Schulen
Die Grünen legen den Fokus auf Inklusion und Nachhaltigkeit. Sie wollen alle Schulen zu inklusiven Ganztagsschulen ausbauen. „Jedes Kind soll die bestmögliche Förderung erhalten, unabhängig von seiner Herkunft“, betont die Bildungssenatorin. Zudem sollen Schulen zu „Klimaschulen“ werden, mit Solaranlagen und Schulgärten. 1.000 zusätzliche Sozialarbeiter sind geplant.
AfD: Mehr Disziplin und weniger Bürokratie
Die AfD fordert eine Abkehr von der „Inklusionsideologie“ und mehr Leistungsdifferenzierung. Sie will das gegliederte Schulsystem stärken. „Wir brauchen wieder Leistungskurse und Noten ab der ersten Klasse“, so ein AfD-Vertreter. Zudem soll die Verwaltung verschlankt werden. Die Partei plant eine 40-Stunden-Woche für Lehrer.
Gemeinsame Herausforderungen
Alle Parteien erkennen den Sanierungsstau an den Berliner Schulen als drängendes Problem. Laut einer aktuellen Studie sind über 60 Prozent der Schulgebäude sanierungsbedürftig. Auch der Lehrermangel ist eklatant: Etwa 1.500 Stellen sind unbesetzt. Die Parteien versprechen hier Abhilfe, aber die Finanzierung ist unklar.
Die Wahl in Berlin findet am 26. September 2026 statt. Die Bildungspolitik wird eines der zentralen Themen sein. Die Wählerinnen und Wähler entscheiden mit, welche Richtung die Hauptstadt einschlägt.



