Berlins neuer Bauplan für Universitäten: Ein gescheitertes Modell?
Der Berliner Senat plant, eine neue Gesellschaft zu gründen, um die Sanierung und den Neubau von Universitätsgebäuden zu beschleunigen. Doch ein Gastbeitrag von Thomas Ehrmann im Tagesspiegel warnt: Das Vorhaben sei von vornherein zum Scheitern verurteilt. Als abschreckendes Beispiel dient Nordrhein-Westfalen, wo ein ähnliches Modell nicht nur zu Verzögerungen, sondern auch zu Missmanagement und im schlimmsten Fall zu Korruption geführt habe.
Die aktuellen Gebäudeschließungen an der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) aufgrund massiver Schäden seien nur die Vorboten weiterer Großschließungen in der Hauptstadt. Allein das Alter der Bauten mache umfassende Sanierungen unumgänglich. In der öffentlichen Debatte werde gestritten, wer für die Misere verantwortlich sei – der Senat, die Universitäten oder die Bauverwaltung.
Das Beispiel Nordrhein-Westfalen: Mehr Probleme als Lösungen
In Nordrhein-Westfalen wurde bereits vor Jahren eine landeseigene Gesellschaft gegründet, um den Hochschulbau zu managen. Doch statt Effizienz brachte das Modell laut Ehrmann vor allem Intransparenz und fehlende Kontrolle. Projekte verzögerten sich massiv, Kosten explodierten. „Das beschleunigt nichts, führt zu Missmanagement – und im schlimmsten Fall zu Korruption“, zitiert der Tagesspiegel den Autor.
Die Parallelen zur Deutschen Bahn seien offensichtlich: Auch dort habe eine Auslagerung in Tochtergesellschaften nicht zu mehr Tempo, sondern zu noch größeren Problemen geführt. Berlins Senat riskiere nun denselben Fehler.
Die konkreten Folgen für Berlins Hochschulen
Die TU Berlin musste bereits mehrere Gebäude schließen, darunter Hörsäle und Labore. Studierende und Lehrende leiden unter Platzmangel und provisorischen Lösungen. Die geplante neue Gesellschaft soll Abhilfe schaffen, doch Kritiker befürchten das Gegenteil: Statt schnellerer Bauprojekte drohten neue Bürokratie und Intransparenz. „Statt die Probleme zu lösen, schafft der Senat neue“, so Ehrmann.
Der Tagesspiegel berichtet, dass die Baukosten für Hochschulen in Berlin in den letzten Jahren um über 30 Prozent gestiegen sind. Gleichzeitig fehle es an Fachpersonal in den Bauämtern. Die neue Gesellschaft solle diese Engpässe umgehen, aber ohne klare Strukturen und Kontrollmechanismen sei das Risiko hoch, dass öffentliche Gelder verschwendet würden.
Fazit: Ein riskanter Plan ohne Erfolgsgarantie
Der Gastbeitrag kommt zu einem vernichtenden Urteil: Berlins Plan gegen marode Universitäten sei „ineffizient wie die Deutsche Bahn“ und zum Scheitern verurteilt. Statt auf neue Gesellschaften zu setzen, müsse der Senat die bestehenden Strukturen reformieren und für mehr Transparenz und Kontrolle sorgen. Nur so könnten die dringend benötigten Sanierungen endlich vorankommen.



