Mehr als hunderttausend Menschen werden zur Christopher-Street-Day-Parade (CSD) am Samstag in Berlin erwartet. Unter dem Motto „Haltung ist hot“ soll die Parade nach Angaben der Veranstalter einer der größten CSDs in ganz Europa werden. Die Veranstaltungen beginnen bereits am Freitag mit einem erstmaligen Drag March und einem „Demokratieabend“ am Brandenburger Tor, bei dem die Berliner Rapperin Ikkimel auftritt. Am Samstag folgt die große Parade mit 83 Wagen und 55 Fußgruppen, die durch die Stadtteile Mitte und Schöneberg führt. Den Abschluss bildet eine Kundgebung am Brandenburger Tor mit einem Bühnenprogramm und einer Party, bei der auch die Sängerin Sarah Connor auftritt – ohne Gage, wie die Veranstalter mitteilten.
Hintergrund des Christopher Street Day
Der Christopher Street Day erinnert an den Aufstand vor allem von Schwulen gegen Polizeigewalt in der Christopher Street in New York City im Jahr 1969. In Deutschland und ganz Europa finden an verschiedenen Terminen zahlreiche Veranstaltungen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und queeren Community statt. Der Berliner CSD ruft in diesem Jahr zu „queerer Sichtbarkeit mit einem klaren Bekenntnis zu Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlichem Zusammenhalt“ auf.
Programm am Freitag: Drag March und Demokratieabend
Zum Auftakt des CSD-Wochenendes gibt es am Freitag erstmals einen sogenannten Drag March. Er zieht am Nachmittag zum Brandenburger Tor, wo ein großes Programm zum Thema Demokratie und Gleichberechtigung geplant ist. Bei diesem „Demokratieabend“ tritt auch die Berliner Rapperin Ikkimel auf. Dragqueens sind meistens Männer, die oft im Rahmen von künstlerischen Performances Weiblichkeit darstellen oder parodieren; bei Dragkings ist es umgekehrt. Außerdem ist ein CSD-Gottesdienst mit dem Titel „Liebe braucht Community“ geplant. Zudem zieht die traditionelle Demonstration lesbischer Frauen mit dem Motto „Dyke* March Berlin“ vom Roten Rathaus nach Kreuzberg.
Große Parade am Samstag: Route und Teilnehmer
Die Parade wird um 11.30 Uhr auf der Leipziger Straße offiziell eröffnet. Über die Leipziger Straße, den Potsdamer Platz, den Nollendorfplatz und den Lützowplatz geht es zur Siegessäule und zur Straße des 17. Juni. Entlang der Strecke haben viele Kneipen geöffnet, besonders in Schöneberg wird viel gefeiert. Die Abschlusskundgebung ist am Brandenburger Tor mit einem großen Bühnenprogramm und einer Party. Politiker von CDU, SPD, Grünen und Linken kommen wegen der anstehenden Abgeordnetenhauswahl im September kurz zu Wort.
Weitere Demonstrationen: Links und rechts
Parallel zur großen CSD-Parade will eine deutlich linkere Demonstration am Nachmittag in Wedding protestieren. Ab 15.00 Uhr geht es mit dem Titel „Internationalist Queer Pride“ gegen Kapitalismus und Kolonialismus. Angekündigt ist außerdem nahe dem Potsdamer Platz eine Gegendemonstration von rechtsextremen Gruppen mit dem Titel: „Wir sagen ‚Nein zum CSD‘ – Schluss mit den Gendern – Es gibt nur zwei Geschlechter ‚Mann und Frau‘.“



