Lavendel lässt sich mit geringem Aufwand vermehren. Wer die Pflanze ohnehin regelmäßig schneidet, hat das passende Material meist schon zur Hand. Neue Pflanzen entstehen aus Stecklingen, oft innerhalb weniger Wochen.
Der beste Zeitpunkt für die Vermehrung
Lavendel wird zweimal im Jahr geschnitten: einmal nach der Blüte im Spätsommer und ein zweites Mal kräftiger im Frühjahr, sobald keine längeren Fröste mehr drohen. Beide Zeiträume eignen sich ideal, um Stecklinge zu bewurzeln. So lassen sich Rückschnitt und Vermehrung direkt miteinander verbinden.
Alternativ kann Lavendel ausgesät werden. Das dauert jedoch deutlich länger und führt oft zu unterschiedlichen Ergebnissen. Stecklinge dagegen entwickeln sich zu exakten Kopien der Mutterpflanze.
Lavendel über Stecklinge vermehren
Wie myHOMEBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) erklärt, eignen sich dafür nicht blühende, noch grüne Triebe, die bereits etwas fester, aber noch nicht verholzt sind. Schneiden Sie einen Trieb auf etwa zehn Zentimeter Länge zurück und setzen Sie den Schnitt direkt unter einem Knoten an. Im unteren Drittel sollten mindestens zwei bis drei Knoten sitzen, aus denen später die Wurzeln wachsen.
Entfernen Sie die Blätter im unteren Bereich und lassen Sie oben nur wenige Blattpaare stehen. Anschließend setzen Sie den Steckling in nährstoffarme Anzuchterde, die idealerweise mit etwas Sand gemischt wird. Gut angießen und das Gefäß mit einer transparenten Haube oder Folie abdecken.
Die richtige Pflege der Stecklinge
Der Standort sollte hell, aber nicht sonnig sein. Wird die Abdeckung täglich kurz entfernt, sinkt das Risiko von Schimmel. Zeigen sich nach einigen Wochen frische Triebspitzen, hat der Steckling Wurzeln gebildet.
Wurden mehrere Stecklinge zusammengesetzt, können Sie sie nun vereinzeln. Eine Kräutererde eignet sich dafür gut. Wer die Triebspitzen leicht einkürzt, fördert zudem eine buschige Verzweigung.
Wann junge Pflanzen ins Beet dürfen
Frühjahrsstecklinge können meist noch im selben Jahr ins Beet. Spätsommerstecklinge sollten den ersten Winter besser geschützt oder frostfrei im Haus oder Gewächshaus verbringen und erst im Frühjahr ausgepflanzt werden.
Wichtig ist vor allem die richtige Wassermenge, denn Lavendel verträgt Trockenheit deutlich besser als Staunässe. Die Erde sollte nur leicht feucht bleiben. Zu häufiges Gießen führt häufig dazu, dass Stecklinge faulen, bevor sie Wurzeln bilden. Wer Verluste toleriert, kann alternativ mehrere längere Triebe direkt tief in die Erde stecken. Ein Teil geht zwar ein, einige bewurzeln sich aber oft auch ohne großen Pflegeaufwand.



