Vandalismus in Beelitz: Bürgermeister verurteilt Zerstörungswut
In der brandenburgischen Stadt Beelitz sorgt eine Welle von Vandalismus für Empörung und Frust in der Stadtverwaltung. Bürgermeister Bernhard Knuth (parteilos) beklagt eine zunehmende Missachtung öffentlicher Einrichtungen. Besonders die massive Verklebung von Stickern und Graffiti-Schmierereien sowie gezielte Sachbeschädigungen belasten die Stadtkasse. „Die Beseitigung der Schäden kostet Geld, das der Stadt für freiwillige Leistungen wie etwa die Jugendarbeit fehlt“, teilte die Stadt mit. Die Kosten für die Reinigung und Reparatur gehen in die Tausende Euro, die an anderer Stelle dringend benötigt werden.
Toiletten am Sportplatz verwüstet
In der Nacht zum Donnerstag vergangener Woche kam es zu einem besonders dreisten Vorfall: Unbekannte drangen in die Toilettenanlagen eines Sportplatzes im Ortsteil Fichtenwalde ein. Laut Stadtverwaltung wurden die Türen mit beleidigenden Sprüchen beschmiert, ganze Rollen Toilettenpapier in die Toiletten gestopft und Papier in die Waschbecken geworfen. „Wir investieren viel in unsere Sportstätten, um Kindern und Jugendlichen eine gute Infrastruktur zu bieten. Und dann gibt es Menschen, die dafür überhaupt keine Wertschätzung haben und sich so dermaßen unsozial verhalten – das ist einfach eine Schweinerei“, sagte Knuth. Die Reinigungskräfte der Stadt waren stundenlang damit beschäftigt, die Hinterlassenschaften zu beseitigen.
Sticker-Flut: Stadtverwaltung resigniert
Neben den Graffiti bereitet die massive Verbreitung von Aufklebern im Stadtgebiet den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. „Es ist nicht nachvollziehbar, wie Menschen Geld für Sticker ausgeben können, nur um damit später das Erscheinungsbild einer Kommune zu beeinträchtigen“, so Knuth. Die Stadt hat ihre Strategie geändert: Sticker im öffentlichen Raum werden nur noch dann entfernt, wenn sie die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. „Bei allen anderen Stickern hat die Verwaltung resigniert – denn wenn ein Aufkleber entfernt wird, sind wenige Tage später gleich drei an dieser Stelle“, hieß es aus dem Rathaus. Die Kosten für die Beseitigung stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen, weshalb die Stadt nun Prioritäten setzt.
Fehlende Wertschätzung für öffentliche Einrichtungen
Der Bürgermeister sieht in den Vorfällen einen generellen gesellschaftlichen Trend. „Die Wertschätzung für Gemeinschaftseigentum nimmt ab. Das betrifft nicht nur Beelitz, sondern viele Kommunen“, erklärte Knuth. Er appelliert an die Bürger, achtsam zu sein und Vandalismus zu melden. Die Stadtverwaltung prüft derzeit, ob zusätzliche Maßnahmen wie Videoüberwachung an besonders betroffenen Orten sinnvoll sind. „Wir werden nicht zulassen, dass eine kleine Gruppe von Tätern das Stadtbild dauerhaft verschandelt und die Lebensqualität aller beeinträchtigt“, so Knuth. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, bisher aber noch keine konkreten Hinweise auf die Täter.



