Ukraine-Krieg: Drohnenangriff auf Sankt Petersburg, Patriot-Abkommen, AKW Saporischschja
Ukraine-Krieg: Drohnenangriff auf Sankt Petersburg, Patriot-Abkommen

Die russische Metropole Sankt Petersburg ist nach Behördenangaben am Freitagmorgen Ziel ukrainischer Drohnenangriffe geworden. Dabei sei in der Nähe der Stadt ein Lagerhaus in Brand gesetzt worden, erklärte der zuständige Gouverneur Alexander Drosdenko im Internet. Aufnahmen lokaler Medien und auf Online-Plattformen zeigten eine große Rauchwolke über der historischen Stadt. Nach Angaben von Gouverneur Drosdenko wurde Sankt Petersburg in der Nacht von mindestens 50 Drohnen angegriffen. Die ukrainische Armee hatte zuletzt in Russland verstärkt auch Logistik- und Infrastruktur-Einrichtungen ins Visier genommen. Damit will sie nach eigenen Angaben den Nachschub für die russischen Truppen bei ihrer Offensive in der Ukraine stören.

Selenskyj verkündet Abkommen mit US-Unternehmen für Produktion von Patriot-Raketen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am 23. Juli bekannt, dass die Ukraine und der US-Verteidigungskonzern Raytheon vereinbart haben, gemeinsam Patriot-Abfangraketen zu produzieren. Dies gab Selenskyj nach einem Treffen mit Führungskräften des Unternehmens bekannt. Die Produktion soll dazu beitragen, die ukrainische Luftverteidigung zu stärken, die angesichts russischer Bombenangriffe auf Städte wie Pawlohrad und Cherson dringend benötigt wird. Bei russischen Bombenangriffen auf die Industriestadt Pawlohrad in der Ostukraine waren mindestens drei Menschen getötet und gut ein Dutzend verletzt worden, teilte Selenskyj auf Telegram mit. Angegriffen worden sei das Gelände eines Unternehmens. Selenskyj forderte die westlichen Partnerstaaten erneut zur Lieferung von Flugabwehrraketen für das Patriot-System auf.

Wasserprobleme am AKW Saporischschja

Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) beeinträchtigen „militärische Aktivitäten“ die Wasserversorgung von Teilen des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja. Der Generaldirektor der IAEA, Rafael Grossi, teilte mit, Angriffe in und um die Stadt Enerhodar, in der viele Mitarbeiter des Kraftwerks leben, hätten die örtliche Strominfrastruktur getroffen. Dies habe zu einem Ausfall der Wasserversorgung in der Stadt und auf dem AKW-Gelände geführt. Es gebe jedoch keinen Mangel an Brunnenwasser, das zur Kühlung des Brennstoffs in den Reaktoren benötigt wird. Für die am Atomkraftwerk stationierten IAEA-Beobachter gebe es seit dem 18. Juli nur begrenzten Zugang zu Leitungswasser.

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Ex-Verteidigungsminister Fedorow besteht auf Rückkehr ins Amt

Vor dem Hintergrund neu angekündigter Proteste besteht der entlassene ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow auf seiner Rückkehr ins Amt. „Heute gibt es im Staat nur drei Posten, außer auf dem Schlachtfeld, die den Kriegsverlauf real beeinflussen: der Präsident der Ukraine, der Verteidigungsminister und der Oberkommandierende der Streitkräfte“, sagte Fedorow Journalisten. Er sei deshalb mit keinem anderen Amt als dem des Verteidigungsministers einverstanden. Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf einer Pressekonferenz bestätigt, Fedorow mehrere Positionen angeboten zu haben, darunter die eines Vizeregierungschefs für militärische Innovationen. Fedorow wurde im Rahmen eines Regierungsumbaus vergangene Woche entlassen. Mehrere Tausend Demonstranten in Kiew und anderen Städten forderten daraufhin seine Wiedereinsetzung und die Entlassung von Armeechef Olexander Syrskyj. Der zweiten Forderung kam Selenskyj am Dienstag nach. Doch die Organisatoren der Proteste wollen auch Fedorow zurück und drohen andernfalls mit Dauerdemos, die am Freitag starten sollen.

Weitere Entwicklungen

Ein Schiff der russischen Schattenflotte, der Öltanker „Deliver“, verließ Marseille nach Zahlung einer Geldstrafe. Der Tanker war Ende Juni von der französischen Marine festgesetzt worden, nachdem er aus dem russischen Ölhafen Primorsk gekommen war. Die unter der Flagge Kameruns fahrende „Deliver“ steht seit Februar 2025 auf der Sanktionsliste der EU. Frankreich hatte zuvor bereits vier Schiffe der russischen Schattenflotte festgesetzt, zwei davon wurden zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt. Nach französischen Angaben zählen 800 bis 1000 Schiffe zur Schattenflotte.

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Russische Gleitbomben verletzten mindestens 14 Menschen in der Stadt Slowjansk im Osten der Ukraine. Sieben Wohnblocks seien beschädigt worden, schrieb der ukrainische Militärgouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, auf Telegram. Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk ist der letzte große Festungsgürtel, den die ukrainischen Truppen in der Region Donezk unter ihrer Kontrolle halten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf sich mit der Trump-nahen Influencerin Laura Loomer in Kyjiw. Loomer, die bis vor Kurzem eine ablehnende Haltung gegenüber der Ukraine hatte, unterstützt nun das von Russland angegriffene Land. Die Gespräche wurden vom ukrainischen Präsidentenberater Dmytro Lytwyn bestätigt.

Ein russischer Kampfjet vom Typ Su-57 stürzte nahe Moskau ab. Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz. Offiziell wird ein technischer Fehler vermutet, ein Militärblogger deutete jedoch an, dass die Maschine von eigener Flugabwehr abgeschossen worden sein könnte.

Die EU-Staaten einigten sich auf ein 21. Sanktionspaket gegen Russland. Es umfasst Maßnahmen gegen den Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten. Zudem soll die automatische Anpassung des Ölpreisdeckels für zwölf Monate ausgesetzt werden, um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen.

Die Unesco setzte die antike Stadt Chersones auf der von Russland annektierten Krim auf die Liste des gefährdeten Welterbes. Die Stadt sei durch Bauarbeiten und archäologische Aktivitäten bedroht, erklärte die Organisation.