Die Pläne für eine Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh) nehmen konkrete Formen an. Ein interdisziplinäres Team aus Architekten und Landschaftsarchitekten aus Stuttgart hat den ersten Preis im Architektenwettbewerb des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) gewonnen. Die Gedenkstätte soll an die Geschichte des Lagers erinnern, das zwischen 1941 und 1945 mehr als 300.000 Kriegsgefangene, überwiegend aus der Sowjetunion, als Zwangsarbeiter beherbergte.
Siegerentwurf überzeugt durch Erhalt des Bestandes
Die Kulturdezernentin des LWL, Barbara Rüschoff-Parzinger, betonte: „Unsere Aufgabe ist, die Geschichte des Stammlagers 326 und die Gräueltaten, die dort verübt worden sind, sichtbar zu machen.“ Die Jury lobte am Siegerentwurf den „annähernd vollständigen Erhalt des Bestandes auf dem Areal“. Das eingeschossige Eingangsgebäude mit einer unprätentiösen Holzfassade füge sich schlüssig in das Gelände und die bestehenden Flächen ein. Auch Materialwahl, Farbgebung und Bauweise überzeugten die Jury.
Aus insgesamt 330 eingereichten Bewerbungen hatte der LWL 14 Vorschläge ausgewählt. Die Teilnahme am Wettbewerb war ausschließlich interdisziplinären Teams aus Architektur, Landschaftsarchitektur und Szenografie vorbehalten. Alle 14 Finalistenentwürfe sind bis zum 3. August in einer Ausstellung im LWL-Landeshaus in Münster zu sehen.
Finanzierung: 60 Millionen Euro Gesamtkosten
Der Bundestag hat für das 60 Millionen Euro teure Projekt bereits 25 Millionen Euro zugesagt, das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt den restlichen Betrag. Die jährlichen Betriebskosten von rund 4 Millionen Euro sollen auf mehrere Kreise in Ostwestfalen sowie die Städte Bielefeld und Schloß Holte-Stukenbrock verteilt werden. Jahrelang hatte es Streit um die Finanzierung gegeben, insbesondere der Kreistag in Gütersloh hatte die laufenden Kosten als zu hoch kritisiert.
Das Stalag 326 galt als eines der größten Kriegsgefangenenlager der NS-Zeit in Deutschland. Es lag am Rande des Teutoburger Waldes und war Schauplatz unzähliger Verbrechen an sowjetischen Soldaten und anderen Zwangsarbeitern. Die neue Gedenkstätte soll diese Geschichte dokumentieren und der Opfer gedenken.



