Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hat angesichts der anhaltenden Vermüllung der Hauptstadt eine kostenlose Sperrmüllabholung einmal pro Jahr und Haushalt vorgeschlagen. „Jeder Berliner kann das heute schon einmal im Jahr bei der BSR anmelden, aber eben nicht kostenfrei“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. „Dann kommt ein Team und holt das Zeug ab.“ Die Maßnahme soll Teil eines umfassenderen Konzepts zur Stadtsauberkeit sein, das auch den Einsatz von Wasserhochdruckreinigern an besonders verschmutzten Orten vorsieht.
„Den Kotti kriegst du an manchen Stellen nicht mehr gefegt“
Giffey betonte, dass herkömmliche Reinigungsmethoden an manchen Brennpunkten nicht mehr ausreichen. „Den Kotti kriegst du an manchen Stellen nicht mehr gefegt“, sagte sie mit Blick auf den Kottbusser Tor in Kreuzberg. „Oder die Frankfurter Allee von der Ringbahn runter am Ringcenter entlang. Das werden wir mit der BSR besprechen.“ Sie plädiert dafür, dass die Berliner Stadtreinigung (BSR) mehr Orte „nasskärchern“ kann, also mit Hochdruckreinigern säubert. Allerdings räumte sie ein, dass dafür zusätzliche personelle und finanzielle Mittel nötig seien.
Müll als Wahlkampfthema vor der Abgeordnetenhauswahl
Der Kampf gegen den Müll ist längst zum Wahlkampfthema für die anstehende Abgeordnetenhauswahl am 20. September geworden. Die SPD regiert derzeit mit der CDU unter Regierendem Bürgermeister Kai Wegner. Umfragen sehen die CDU knapp vor der AfD und den Linken. Auch Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp hatte die Sauberkeit der Stadt thematisiert. Für sie ist das Müllproblem eine soziale Frage: „Denn wer keine Dachterrasse hat, sitzt im Park. Wer keinen Garten hat, lebt im Kiez.“ Sie fordert mehr Kieztage für Sperrmüll, zusätzliche Mülleimer und verstärkte Straßenreinigung in besonders betroffenen Stadtteilen.
Giffey wehrt sich gegen Abgesang auf Berlin
Trotz der offenkundigen Probleme wehrt sich Giffey gegen einen pauschalen Abgesang auf die Hauptstadt. „Wir haben definitiv Ecken, an denen es größere Probleme gibt, aber es ist ja nicht so, dass die Stadt generell im Müll versinkt“, sagte sie. Daraus lasse sich nicht ableiten, dass in Berlin alles schlecht sei. Die Senatorin will mit der kostenlosen Sperrmüllabholung und gezielten Reinigungsaktionen ein Zeichen setzen, ohne die Stadt insgesamt schlechtzureden.



