Bürgerinitiative kritisiert Baupläne für Siemensstadt Square scharf
Initiative kritisiert Siemensstadt Square-Pläne

Die Bürgerinitiative Siemensstadt Square hat die aktuellen Baupläne für das neue Stadtquartier in Berlin-Spandau scharf kritisiert. Der Verein wirft den Planern vor, zu viele Wohnungen auf zu wenig Grünfläche zu errichten und fordert umfassende Nachbesserungen.

Zu viel Beton, zu wenig Grün

Nach Ansicht der Initiative sei das Verhältnis von Wohnbebauung zu Freiflächen völlig aus dem Gleichgewicht geraten. „Auf dem Areal sollen rund 5.000 Wohnungen entstehen, aber die geplanten Grünflächen sind völlig unzureichend“, sagte ein Sprecher der Bürgerinitiative. Die Pläne sähen lediglich 15 Prozent Grünanteil vor, während die Initiative mindestens 25 Prozent fordere.

Das 70 Hektar große Gelände des ehemaligen Siemens-Industriestandorts soll bis 2035 zu einem gemischten Stadtteil mit Wohnungen, Büros, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen umgebaut werden. Die Bürgerinitiative begrüßt grundsätzlich die Entwicklung, kritisiert jedoch die mangelnde Beteiligung der Anwohner. „Die Planung wurde weitgehend hinter verschlossenen Türen gemacht“, so der Sprecher.

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Nachbesserungen gefordert

Die Initiative hat einen eigenen Katalog mit Forderungen vorgelegt. Dazu gehören unter anderem eine Reduzierung der Geschosszahl auf maximal fünf Etagen, mehr öffentliche Parks und Spielplätze sowie der Erhalt von historischen Industriebauten. „Wir wollen keine Betonwüste, sondern einen lebenswerten Kiez mit Aufenthaltsqualität“, betonte der Sprecher.

Bezirksbürgermeister Frank Bewig (CDU) zeigte Verständnis für die Kritik, verwies aber auf die Notwendigkeit von bezahlbarem Wohnraum. „Berlin braucht dringend neue Wohnungen, und Siemensstadt Square ist ein wichtiges Projekt dafür“, sagte er. Er sicherte zu, die Vorschläge der Initiative in den weiteren Planungsprozess einzubeziehen.

Nächste Schritte

Die nächste öffentliche Anhörung zum Bebauungsplan ist für September 2026 angesetzt. Die Bürgerinitiative will dort mit einer Unterschriftensammlung Druck machen. Bislang haben über 1.200 Anwohner die Forderungen unterstützt. Das Projekt Siemensstadt Square gilt als eines der größten Stadtentwicklungsvorhaben Berlins und soll insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro kosten.

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