Wegner äußert Skepsis gegenüber Winterprognosen
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat angesichts der aktuellen Wettervorhersagen für den kommenden Winter seine Hoffnung geäußert, dass sich die sogenannten Wetterfrösche irren. „Ich hoffe, dass sich die Wetterfrösche irren“, sagte Wegner bei einem Pressetermin am Mittwoch. Die Prognosen deuten auf einen strengen Winter mit viel Schnee und Kälte hin, doch Wegner setzt auf mildere Temperaturen.
Hintergrund der Prognosen
Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hatten zuvor gewarnt, dass der Winter 2024/2025 in Berlin und Brandenburg ungewöhnlich kalt werden könnte. Bereits im November seien die Temperaturen unter den langjährigen Durchschnitt gefallen. Laut DWD-Sprecher Andreas Friedrich sei eine „deutliche Abkühlung“ in den nächsten Wochen zu erwarten. „Die Wahrscheinlichkeit für einen strengen Winter liegt bei etwa 60 Prozent“, so Friedrich. Dies basiere auf Langzeitmodellen und dem Verhalten des Polarwirbels.
Auswirkungen auf die Stadt
Ein strenger Winter würde die Hauptstadt vor große Herausforderungen stellen. Der Winterdienst der Berliner Stadtreinigung (BSR) hat bereits vorsorglich 15.000 Tonnen Streusalz eingelagert. „Wir sind gerüstet, aber ein extremer Winter würde unsere Kapazitäten an die Grenze bringen“, erklärte BSR-Sprecherin Sabine Thon. Zudem müssten die Berliner mit Verkehrsbehinderungen und möglichen Schulausfällen rechnen. Die Senatsverwaltung für Bildung hat bereits einen Krisenstab eingerichtet, um auf eventuelle Notlagen reagieren zu können.
Wegners Optimismus
Trotz der düsteren Aussichten bleibt Wegner optimistisch. „Berlin hat schon viele Winter überstanden“, betonte er. Die Stadt sei gut vorbereitet, und er vertraue auf die Erfahrung der zuständigen Behörden. Zugleich rief er die Berliner zu solidarischem Verhalten auf: „Wenn es schneit, helfen wir uns gegenseitig.“ Der Regierende Bürgermeister erinnerte an den Winter 2010/2011, der ebenfalls streng war, aber letztlich gemeistert wurde.
Wissenschaftliche Einordnung
Klimaforscher der Freien Universität Berlin warnen jedoch vor voreiligen Schlüssen. Professorin Johanna Schreck vom Institut für Meteorologie erklärte, dass kurzfristige Wetterphänomene nicht mit dem Klimawandel verwechselt werden dürften. „Ein strenger Winter ist kein Widerspruch zur globalen Erwärmung“, so Schreck. Die Langzeitprognosen seien mit Unsicherheiten behaftet, und die tatsächliche Entwicklung könne erst wenige Tage im Voraus genau vorhergesagt werden.
Blick in die Vergangenheit
Statistiken des DWD zeigen, dass strenge Winter in Berlin in den letzten 30 Jahren seltener geworden sind. Während in den 1980er Jahren noch durchschnittlich 20 Tage mit Schneedecke pro Winter registriert wurden, sank diese Zahl in den 2010er Jahren auf etwa 12 Tage. Dennoch gab es Ausreißer wie den Winter 2018/2019, der mit 28 Schneetagen über dem Durchschnitt lag. Ob der kommende Winter ein solcher Ausreißer wird, bleibt abzuwarten.
Praktische Tipps für die Berliner
Die Berliner Feuerwehr rät, bei Eis und Schnee besondere Vorsicht walten zu lassen. „Wir empfehlen, bei Glätte auf rutschfestes Schuhwerk zu achten und unnötige Autofahrten zu vermeiden“, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. Auch die Gesundheitsämter warnen vor Unterkühlung und raten zu warmer Kleidung. Für Obdachlose hat die Stadt zusätzliche Notunterkünfte eingerichtet, die bei Temperaturen unter null Grad geöffnet werden.
Fazit
Ob die Wetterfrösche recht behalten oder nicht, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner bleibt gelassen und hofft auf das Beste. „Wir werden sehen, was der Winter bringt“, sagte er abschließend. Die Stadt ist gewappnet, und die Berliner sind erfahren im Umgang mit Schnee und Kälte.



