«Lindenstraße»-Stars mit Verdienstorden ausgezeichnet
«Lindenstraße»-Stars erhalten Verdienstorden

«Lindenstraße»-Stars mit Verdienstorden ausgezeichnet

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat 15 Persönlichkeiten mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für ein offenes, vielfältiges und respektvolles Miteinander einsetzen. Unter den Geehrten befinden sich der Regisseur Hans W. Geißendörfer (85) sowie zwei Schauspieler der in Köln produzierten Kultserie «Lindenstraße».

Ein Meilenstein der TV-Geschichte

Der Kuss eines homosexuellen Paares in der «Lindenstraße» galt 1990 als Skandal und ging als erster Schwulen-Kuss in einer deutschen Serie in die Fernsehgeschichte ein. Hans W. Geißendörfer, Produzent der früheren ARD-Serie, und die Schauspieler Georg Uecker (63) und Claus Vinçon (69) wurden nun für ihren Mut und ihr Engagement ausgezeichnet. Da Geißendörfer verhindert war, nahm seine Tochter Hana Geißendörfer den Orden stellvertretend entgegen.

Ministerpräsident Wüst betonte in seiner Rede, dass die «Lindenstraße» ein echtes Stück Zeitgeschichte sei. Über Jahrzehnte habe sie gesellschaftliche Veränderungen widergespiegelt und sei ihrer Zeit oft voraus gewesen. Geißendörfer habe als einer der ersten das Thema Aids im deutschen Fernsehen aufgegriffen und den ersten Kuss eines homosexuellen Paares im Vorabendprogramm gezeigt. «Das ist mutig gewesen», so Wüst.

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Mut zur Veränderung

Georg Uecker, der die Rolle des Carsten Flöter spielte, erhielt den Orden für seine Bereitschaft, sich gesellschaftlichen Tabus zu stellen. Seine Kussszene mit Robert Engel (Martin Armknecht) lief am 25. März 1990 im Fernsehen. «Es war etwas, das in der damaligen Gesellschaft noch ein Tabu war, das verdrängt und verschwiegen worden ist: Liebe und Zärtlichkeit zwischen Männern», erklärte Wüst. Uecker habe den Mut zu diesem Kuss gehabt und sei bereit gewesen, sich in den Wind zu stellen, um gesellschaftlichen Wandel voranzubringen.

Auch Claus Vinçon, der die Rolle des Georg Eschweiler spielte, wurde für sein Engagement gewürdigt. Bereits vor rund 30 Jahren engagierte er sich für die Präventionskampagne «Herzenslust» der Aidshilfe NRW. «HIV und Aids waren damals mit großer Angst, Vorurteilen und Ausgrenzung verbunden», hob Wüst hervor.

Weitere Auszeichnungen

Insgesamt wurden 15 Persönlichkeiten mit dem Verdienstorden des Landes NRW geehrt, die sich für Gleichberechtigung queerer Menschen starkmachen. Darunter sind auch der Grünen-Politiker Volker Beck (65) und der Moderator Ralph Morgenstern (69). Die Serie «Lindenstraße» spielte zwar in München, wurde aber in Köln produziert.

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