Ferien in Niedersachsen: Ausflugsziele abseits von Harz, Heide und Küste
Niedersachsen: Ausflugsziele abseits der Klassiker

Die Sommerferien in Niedersachsen sind zur Hälfte vorbei, doch wer noch keine Pläne hat, findet abseits der klassischen Urlaubsregionen Harz, Heide und Nordsee zahlreiche lohnende Ziele. Vom Alten Land bis zum Teutoburger Wald locken Mittelgebirge, Wälder, Moore und Flusslandschaften mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten. Ein Überblick über die touristischen Highlights in den kleineren Urlaubsregionen Niedersachsens.

Osnabrücker Land und Teutoburger Wald: Natur und Dinosaurier

Das Osnabrücker Land wirbt in den Sommerferien mit Wanderungen in der Natur, ausgezeichneten Radwegen, historischen Sehenswürdigkeiten und familienfreundlichen Angeboten. „Zu den außergewöhnlichsten Sommerzielen zählt Schloss Ippenburg in Bad Essen“, teilt eine Sprecherin der Tourismusgesellschaft mit. An Sonntagen öffnet Freifrau Viktoria von dem Bussche ihren rund 60.000 Quadratmeter großen Privatgarten für Besucher. Dort gibt es zahlreiche Picknickplätze und einen der größten Küchengärten Deutschlands.

Naturerlebnisse bietet auch der Baumwipfelpfad in Bad Iburg mit einem knapp 600 Meter langen Steg durch die Baumkronen des Teutoburger Waldes. Mehr als 80 kurze Rundwanderwege führen durch den Natur- und Geopark Terra.vita, darunter der Weg Hüggelzwerge bei Hasbergen mit schattigen Laubwäldern und weiten Ausblicken. Familien mit kleinen Dino-Fans kommen im Zoo Osnabrück auf ihre Kosten: „Das Dinoversum begeistert mit mehr als 20 lebensgroßen Dinosauriern und einer Virtual-Reality-Erfahrung“, so die Sprecherin. Am Alfsee zeigt das Bullermeck Indoor Fun Center bewegliche Dinosaurier, die auf Knopfdruck zum Leben erwachen.

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Emsland: Wasserlandschaft und Badevergnügen

Das Emsland im Westen Niedersachsens verzeichnet steigende Gästezahlen. Nachdem die Übernachtungszahlen bereits in den vergangenen Jahren zugenommen hatten, meldeten Gastbetriebe auch für die laufende Saison sehr gute Belegungszahlen, teilte ein Sprecher der Gesellschaft zur Förderung des Emsland Tourismus mit. Abkühlung bieten viele Flüsse und historische Kanäle, die die Wasserlandschaft durchziehen und sich gut zum Radfahren eignen. „Familien mit Kindern fühlen sich in diesem Sommer an unseren 19 offiziellen EU-Badegewässern mit ihrem feinen Sand und bester Wasserqualität besonders wohl“, so der Tourismussprecher. Ein Ausflug in die benachbarten Niederlande ist vom Emsland aus ebenfalls schnell möglich.

Elbtalaue: Biosphärenreservat mit Vogelparadies

Die Elbtalaue im Landkreis Lüchow-Dannenberg ist ein streng geschütztes Biosphärenreservat. Zu Fuß, per Rad oder Kanu lassen sich Dutzende Vogelarten wie der Seeadler beobachten. Der Weißstorch ist das Wappentier des Reservats – kaum ein Dorf an der Elbe ist ohne Storchennest, und etwa jeder dritte Storch in Niedersachsen ist hier beheimatet. Auf dem Elberadweg können im Rambower Moor Kraniche beobachtet werden. Geführte Bootstouren auf der Elbe starten in Hitzacker, Bleckede, Darchau und Dömitz. Besonders sind die Sofafloß-Fahrten. Das Rundlingsmuseum Wendland in Lübeln bietet Kinderführungen an und feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einer Aktionswoche vom 15. bis 20. September. Das Elbstädtchen Hitzacker lockt von Samstag an Musikliebhaber zu den Sommerlichen Musiktagen, Deutschlands ältestem Kammerfestival.

Altes Land: Obstanbau und Wassersport

Radtouren im Alten Land mit Boxenstopps an Obstständen sind besonders zur Apfelblüte und Erntezeit beliebt. In der Umgebung von Jork, Buxtehude und Stade erstreckt sich das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Europas. Viele Hofcafés hinter dem Elbdeich laden zur Rast ein. Ein Korb voll Kirschen, Äpfel oder Pflaumen passt in jeden Fahrradkorb. Für Familien bietet sich eine Fahrt mit einem Obst-Express durch die Apfelbäume an. Die Radwege entlang der Straßen und Wirtschaftswege an den Plantagen sind gut ausgebaut. Stade ist ein sinnvoller Ausgangspunkt: Zwei Schleifen der sogenannten Obstroute sind ausgeschildert. Im Fokus steht auch der Wassersport, so die Marketinggesellschaft der Stadt Stade. Am Oberlauf der Schwinge, zehn Kilometer von der Altstadt entfernt, gibt es verschiedene Paddeltrails; Kanus, Tretboote und Stand-up-Boards können ausgeliehen werden. „Das ist sehr beliebt“, sagte ein Sprecher. Für Gruppen gibt es im Holzhafen einen Grill, der auf dem Wasser angezündet werden kann.

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Parklandschaft Ammerland: Gärten und Draisinenfahrten

Das Ammerland bei Oldenburg ist bekannt für seine Gärten und Baumschulen. Auf dem Fahrrad lässt sich die Region ideal erkunden – insgesamt gibt es 15 verschiedene Themenrouten. „Für Familien ist etwa der rund 30 Kilometer lange Aueweg geeignet“, teilt ein Sprecher der Ammerland Touristik mit. „Er führt über eine stillgelegte Bahntrasse, die ein entspanntes Fahren ermöglicht.“ Auch per Draisine auf der Schiene kann man das Ammerland entdecken, etwa von Westerstede aus. „Ob zu viert oder gleich mit 16 Personen, Draisine fahren ist ein Vergnügen für kleine oder große Ausflügler.“ Zu den Ausflugsklassikern gehört das Zwischenahner Meer mit der Weißen Flotte und Tret- oder Elektrobooten. Für Pflanzen- und Gartenfans lockt der Park der Gärten mit Deutschlands größter Mustergartenanlage. „Ein Geheimtipp ist das einzigartige Süßwasserwatt in Apen“, so der Tourismussprecher. Viele Aussichtstürme bieten dort einen Ausblick über das gesamte Gebiet mit Flora und Fauna.

Weserbergland: Radfahren, Kultur und Höhlen

Das Weserbergland in Südniedersachsen lockt vor allem Radfahrer an. Der bis zur Nordsee reichende Weserradweg hat hier seinen Ausgangspunkt. Die Buchungszahlen sind auch in diesem Jahr wieder gut, so die Touristiker, obgleich es meist noch freie Betten für Kurzentschlossene gebe. Neben Radfahrern bevölkern Kulturinteressierte und Camper die Region. „Das Zusammenspiel der Natur mit der Kultur der Fachwerkhäuser sowie Veranstaltungen machen das Weserbergland aus“, sagte eine Sprecherin. Mit dem Duft- und Aromamuseum sowie dem Automuseum PS-Speicher gibt es zwei besondere Museen. Burgen und Schlösser wie Schloss Fürstenberg, das eine der ältesten Porzellanmanufakturen Deutschlands beherbergt, spielen ebenfalls eine Rolle. Die Region ist ein Ziel abseits des Massentourismus. Weniger bekannt ist, dass sich im Weserbergland Deutschlands nördlichste Tropfsteinhöhle befindet – die Schillat-Höhle nördlich von Hameln. Wanderer kommen an den Ithklippen oder im Hochsolling auf ihre Kosten. Dort können Picknicks an Rastplätzen online vorgebucht werden: regionale Anbieter bestücken eine Picknickbox, die man mit einem Code öffnen kann. Auch zur Sternenbeobachtung eignet sich das Gebiet.