NRW investiert 1 Milliarde Euro in Klimaschutz: Schulhöfe, Ladepunkte, Jobticket
NRW: 1 Mrd. Euro für Klimaschutz – Schulhöfe, Ladepunkte, Jobticket

Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse wie Hitze und Trockenheit hat die nordrhein-westfälische Landesregierung ein umfassendes Klimaschutzpaket vorgestellt. Insgesamt fließen rund eine Milliarde Euro aus Bundes- und Landesmitteln in 13 Maßnahmen, die sowohl der Vorsorge als auch dem Klimaschutz dienen. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) betonte: „Die Klimaerwärmung, die Erderwärmung findet statt, und zwar mitten in Nordrhein-Westfalen. Hitze, Starkregen oder Trockenheit sind bei uns in NRW angekommen.“

Grüne Schulhöfe und Kitas: 50.000 Euro pro Einrichtung

Ein zentraler Bestandteil des Pakets ist die klimaresiliente Umgestaltung von 1.000 Schulhöfen und 1.000 Kindertagesstätten. Jede Einrichtung erhält eine Landesförderung in Höhe von 50.000 Euro. Die Mittel sollen unter anderem für Begrünung, Entsiegelung von Flächen und die Schaffung von Verschattungselementen eingesetzt werden. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität bei zunehmender Hitze zu verbessern und gleichzeitig einen Beitrag zum lokalen Klimaschutz zu leisten.

Jobticket und Ladeinfrastruktur: Neue Anreize für klimafreundliche Mobilität

Ab dem Jahr 2027 erhalten alle Landesbeschäftigten in NRW einen Zuschuss von 25 Prozent zum Deutschlandticket. Für diese Maßnahme sind rund 24 Millionen Euro vorgesehen. Damit soll der Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn attraktiver werden. Zusätzlich werden in den Jahren 2026 und 2027 insgesamt 25 Millionen Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur für elektrisch betriebene Lastwagen sowie in Ladepunkte an Mehrfamilienhäusern investiert. „Damit wird klimafreundliche Mobilität auch für Mieterinnen und Mieter alltagstauglicher“, erklärte Neubaur.

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Schwerpunkt auf landeseigenen Immobilien

Ein weiterer Schwerpunkt des Maßnahmenpakets liegt auf der klimafreundlichen Sanierung von landeseigenen Bestandsimmobilien. Hier sollen notwendige Sanierungen vorangetrieben werden, um den Energieverbrauch zu senken und die CO₂-Bilanz des Landes zu verbessern. Die genauen Projekte und Zeitpläne sollen in den kommenden Monaten konkretisiert werden.

Kritik der Opposition: „Heiße Luft“ statt klarer Konzepte

Die Opposition äußerte deutliche Kritik an dem als „Zukunftsoffensive NRW“ bezeichneten Plan. SPD-Fraktionschef Jochen Ott bemängelte, dass es sich keineswegs um eine umfassende Klimaanpassungsoffensive für Kommunen, Unternehmen und Bürger handele. „Solange klare Zeitpläne, Zuständigkeiten und eine verlässliche Finanzierung fehlen, bleiben die angekündigten Maßnahmen heiße Luft – und davon gibt es absehbar schon genug“, sagte Ott. Er vermisse einen Lerneffekt aus der jüngsten Hitzewelle, die Nordrhein-Westfalen erheblich belastet hatte. Von den 13 vorgestellten Maßnahmen seien fünf entweder bereits beschlossen oder würden lediglich mit neuem Geld ausgestattet, kritisierte die SPD.

Hintergrund: Klimawandel in NRW

Das Paket reagiert auf die zunehmenden Folgen des Klimawandels in der Region. Laut dem Landesumweltamt haben die Durchschnittstemperaturen in NRW in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen, begleitet von häufigeren Hitzewellen und Starkregenereignissen. Die Landesregierung sieht sich daher in der Pflicht, sowohl präventive als auch anpassende Maßnahmen zu ergreifen. Die nun vorgestellten Projekte sollen einen Beitrag dazu leisten, die Lebensqualität in Städten und Gemeinden zu erhalten und die Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen.

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