Die sächsische Tourismusbranche hat in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 einen deutlichen Aufschwung erlebt. Laut aktueller Statistik des Statistischen Landesamtes stieg die Zahl der Ankünfte von Januar bis Mai auf 2,1 Millionen, was einem Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die Übernachtungen legten um 2,0 Prozent auf 5,1 Millionen zu. Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) sprach auf Anfrage von einer „erfreulichen und stabilen Aufwärtsentwicklung“.
Camping als Wachstumstreiber
Besonders dynamisch entwickelte sich das Camping-Segment. Mit 274.100 Übernachtungen und einem Zuwachs von 13,4 Prozent habe die Freiluftsaison einen „hervorragenden Start“ hingelegt, so Klepsch. Dieses Segment erweise sich als echter Wachstumstreiber für den sächsischen Tourismus.
Regional profitierten vor allem die Oberlausitz, die Sächsische Schweiz, das Erzgebirge, Dresden und Leipzig von den steigenden Übernachtungszahlen. Das Elbland und das Vogtland verzeichneten dagegen leichte Rückgänge. In der Region Chemnitz-Zwickau gingen die Übernachtungen um rund zehn Prozent zurück. Diese Entwicklung sei nach dem Kulturhauptstadtjahr erwartbar gewesen, erklärte Klepsch.
Conference League sorgt für britischen Boom
Sachsen bleibt vor allem bei deutschen Touristen beliebt: Rund 90 Prozent der Übernachtungsgäste reisten aus dem Inland an. Unter den ausländischen Gästen führten Polen mit 39.100 Ankünften, gefolgt von Österreich (23.800) und Tschechien (20.400).
Einen regelrechten Boom löste das Finale der Fußball-Conference League in Leipzig aus, bei dem der Londoner Club Crystal Palace gegen Rayo Vallecano aus Madrid antrat. Allein im Mai besuchten 10.400 Briten den Freistaat – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahresmonat. „Dieses Spiel hat eindrucksvoll bewiesen, welche Hebelwirkung sportliche Großereignisse für den Tourismus haben“, betonte Klepsch.
Ausblick und Perspektiven
Die positive Entwicklung in den ersten fünf Monaten stimmt die Branche zuversichtlich für die kommende Saison. Insbesondere die Campingplätze und die Städte mit internationalen Events könnten weiterhin von der wachsenden Nachfrage profitieren. Die Ministerin sieht Sachsen auf einem guten Weg, sich als attraktives Reiseziel zu etablieren.



