Berliner Schulen unzureichend auf Hitzewellen vorbereitet
Schulen in Berlin nicht auf Klimakrise vorbereitet

Berlins Schulen sind nach Einschätzung des zuständigen Bezirksstadtrats Stefan Bley (CDU) nicht ausreichend auf extreme Hitze vorbereitet. „Wir sind insgesamt noch nicht auf die Klimakrise vorbereitet“, sagte Bley in der Bezirksverordnetenversammlung von Marzahn-Hellersdorf. Der CDU-Politiker ist als Bezirksstadtrat für die Schulgebäude im Bezirk verantwortlich. Angesprochen von der fraktionslosen Abgeordneten Ina Seidel-Grothe betonte er: „Wir werden das Thema dringend angehen müssen.“

Hitzerekord in Berlin vor den Sommerferien

Kurz vor den Sommerferien verzeichnete Berlin im Juni einen neuen Hitzerekord mit Temperaturen über 40 Grad. Zwar fiel dieser Rekord auf ein Wochenende, doch die Frage nach der Vorbereitung der Schulen auf solche Temperaturen drängt. Bley zufolge haben sich die Schulstandards in den letzten 50 Jahren nicht geändert. Die Berliner Morgenpost hakte beim Schulstadtrat nach, was dies konkret bedeutet.

Bäume und Sonnensegel als erste Maßnahmen

Das Straßen- und Grünflächenamt arbeite daran, für mehr Schatten auf den Schulhöfen zu sorgen, so Bley. Wo möglich, werden Sonnensegel aufgespannt – Stofftücher, die im Freien Schutz vor der Sonne bieten. Maßnahmen für die Schulgebäude selbst sind derzeit nicht geplant. Bislang habe man wegen des „hohen Ressourcenverbrauchs“ davon abgesehen, Klassenzimmer zu klimatisieren. „Dies wird in Zukunft, insbesondere in Hinblick auf den schnell fortschreitenden Klimawandel, zu überdenken sein“, erklärte Bley.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Klimaanlagen mit Photovoltaik als Option

Klimaanlagen, die über die bereits vorgeschriebenen Photovoltaik-Anlagen gespeist werden, könnten „eventuell“ Abhilfe schaffen, glaubt der CDU-Mann. Auch Wärmepumpen, die sowohl heizen als auch kühlen können, seien eine Option. Doch das Geld dafür fehlt. Der Haushalt des Bezirks ist knapp, und auch auf absehbare Zeit seien Maßnahmen zur Klimatisierung der Räume nicht aus dem eigenen Etat zu finanzieren.

Finanzierung nach Corona-Vorbild gefordert

Der Stadtrat bringt ein Finanzierungsmodell ins Spiel, das das Land Berlin bereits aus der Corona-Pandemie kennt. Damals hatte der Senat für mehr als 45 Millionen Euro fast 30.000 Luftfilter für Berlins Schulen angeschafft. Allerdings gab es damals Streit um die teure Wartung der Filter. Die Hitzetage dürften in den kommenden Jahren jedoch weiter zunehmen, sodass das Thema drängt. Bley wies zudem darauf hin, dass nicht nur Schüler unter den Temperaturen leiden, sondern auch die Technik in den Schulen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration