Anmeldezahlen für die siebten Klassen veröffentlicht
Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung hat die Anmeldedaten der rund 28.000 Siebtklässler:innen für das kommende Schuljahr veröffentlicht. Die Zahlen umfassen alle etwa 235 öffentlichen Sekundarschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien in den zwölf Bezirken. Besonders angespannt ist die Lage im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.
Über 100 Ablehnungen pro Schule
In Friedrichshain-Kreuzberg müssen an einer Oberschule jedes Jahr mehr als 100 Kinder abgelehnt werden. Die hohe Nachfrage übersteigt die verfügbaren Plätze bei weitem. Betroffen ist unter anderem die Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule, die laut Senatsverwaltung 2023 insgesamt 106 Bewerber:innen ablehnen musste.
Pendelnde Schüler:innen
74 der abgelehnten Kinder müssen in andere Bezirke pendeln, um einen Schulplatz zu finden. Dies führt zu längeren Schulwegen und zusätzlicher Belastung für die Familien. Die Senatsverwaltung betont, dass alle Kinder letztlich einen Platz erhalten, jedoch nicht immer in der Wunschschule.
Ungleiche Verteilung der Plätze
Während einige Schulen überlastet sind, haben andere noch freie Kapazitäten. Die Unterschiede zwischen den Bezirken sind groß. In Spandau oder Marzahn-Hellersdorf gibt es noch freie Plätze, während in Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt.
Reaktionen aus der Politik
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) erklärte: „Wir arbeiten daran, die Schulplatzkapazitäten in den besonders nachgefragten Bezirken zu erhöhen. Dazu sind Neubauten und Erweiterungen geplant.“ Die oppositionellen Grünen kritisieren jedoch die langsame Umsetzung. Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Bettina Jarasch, sagte: „Die Situation in Friedrichshain-Kreuzberg zeigt, dass der Senat nicht schnell genug handelt. Jedes Kind hat ein Recht auf einen wohnortnahen Schulplatz.“
Ausblick und Maßnahmen
Die Senatsverwaltung plant, in den nächsten Jahren mehrere Schulneubauten in Friedrichshain-Kreuzberg zu realisieren. Bis dahin müssen viele Familien mit Kompromissen leben. Die genauen Anmeldezahlen für jede Schule sind auf der Webseite der Senatsverwaltung einsehbar.



