Schwere Unwetter haben in Baden-Württemberg und Bayern erhebliche Schäden verursacht. In Karlsruhe wurde ein 60-jähriger Radfahrer von einem umstürzenden Baum erschlagen. Die Polizei bestätigte den Todesfall, machte aber zunächst keine weiteren Angaben. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren im Einsatz; allein in Karlsruhe gab es mehr als 250 witterungsbedingte Einsätze am Abend und in der Nacht.
Chaos in Karlsruhe und Umgebung
Ein Polizeisprecher des Präsidiums Karlsruhe berichtete von Überflutungen und Überschwemmungen zwischen 19 und 23 Uhr. Ampeln und Autos wurden beschädigt. Zudem wurden weitere Radfahrer sowie ein Kind von herabfallenden Ästen getroffen und leicht verletzt. Die Stadt hatte wegen der Ausnahmesituation eine außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen, um die Einsätze zentral zu koordinieren.
Superzelle sorgte für schwere Unwetter
In Pforzheim zählte die Polizei rund 30 Unwettereinsätze bis in die Nacht. Im Gebiet des Polizeipräsidiums Ludwigsburg gab es rund 70 Einsätze, unter anderem wegen heruntergefallener Dachziegel und vollgelaufener Keller. In Besigheim (Landkreis Ludwigsburg) schlug ein Blitz in ein Dach ein und löste einen Brand aus, bei dem mehrere Menschen leicht verletzt wurden. Im Rems-Murr-Kreis entstand durch umstürzende Bäume auf ein Gebäude ein Schaden von rund 100.000 Euro.
Am Donnerstagnachmittag hatte sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes eine sogenannte Superzelle von Echterdingen bei Stuttgart bis nach Ulm geschoben. Diese Superzelle brachte starke Windböen und bis zu fünf Zentimeter große Hagelsteine mit sich, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Menschen hätten von abgebrochenen Ästen und Schäden an Häusern berichtet. Auch an der Ostalb habe es gewittert, allerdings nicht so kräftig, so der DWD-Experte.
Unwettereinsätze auch in Bayern und Saarbrücken
Auf der Autobahn 8 in Schwaben kam es zu einer Unfallserie mit sechs Unfällen durch Aquaplaning. Ein Mensch wurde schwer verletzt, zwei weitere leicht, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Unfälle ereigneten sich zwischen den Anschlussstellen Burgau und Günzburg in Fahrtrichtung Stuttgart. In Saarbrücken beschäftigten Starkregen, Windböen und ein Blitzeinschlag die Feuerwehr mit mehr als 50 Einsatzstellen. Besonders betroffen war der Osten der Stadt mit dem Stadtteil Güdingen. In Wilburgstetten in Mittelfranken brannte am späten Donnerstagabend eine Scheune.
Wetteraussichten: Weitere Gewitter am Freitag
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet am Freitag mit weiteren Gewittern, Unwetter sind nicht ausgeschlossen. Im Tagesverlauf seien in weiten Landesteilen vermehrt Gewitter mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen oder Sturmböen möglich. Ab den Nachmittagsstunden bis in die Nacht zum Samstag könne es zu Unwettern mit Starkregen von mehr als 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit kommen. In der Osthälfte bis in die mittleren Landesteile könnten örtlich extreme Unwetter auftreten. Im Südwesten und Süden seien großer Hagel von über drei Zentimeter Durchmesser und schwere Sturm- bis Orkanböen möglich.



