Markus Söder als Papa: „Die Energie ist komisch“ in TV-Show
Söder als Papa: „Die Energie ist komisch“ in TV-Show

In der Doku-Serie „Born Famous – Fluch oder Segen“ auf ProSieben tritt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gemeinsam mit seiner ältesten Tochter Gloria-Sophie Burkandt auf. Die 27-Jährige gewährt dabei tiefe Einblicke in eine komplizierte Vater-Tochter-Beziehung. Anders als seine früheren Rollen – von Gandalf über Marilyn Monroe bis zum Food-Influencer – zeigt sich Söder hier als „Papa“. Die Sendung beleuchtet das Leben von Kindern berühmter Eltern und deren Verhältnis zu ihren Vätern.

Ein „Frage-Verhör-Spiel“ statt vertrauter Gespräche

Burkandt bezeichnet die Treffen mit ihrem Vater in München als „Frage-Verhör-Spiel“. Bei einem gemeinsamen Mittagessen fragt Söder nach einem festen Freund in ihrem Leben und zeigt sich skeptisch gegenüber ihrem Karriereweg. „Die Energie ist komisch“ – diesen Satz, den junge Leute verstehen, könne ihr Vater nicht nachvollziehen, erklärt Burkandt. Söder reagiert mit Skepsis. Die 27-Jährige, die aus einer früheren Beziehung Söders stammt, äußert mehrfach den Wunsch nach mehr gemeinsamer Zeit. Söder selbst spricht von „quality time“, doch Burkandt betont: „Es gibt auch öfters Momente, wo ich mir denke, ich möchte mit meinem Vater mehr Zeit verbringen.“

Mobbing, Magersucht und fehlende Unterstützung

Burkandt berichtet von heftigem Mobbing in der Schule, bei dem sie sich mit Schienbeinschonern vor Schlägen schützte, sowie von Magersucht. Beim gemeinsamen Essen in München sagt Söder: „Du musst mal was essen, Du bist so dünn geworden. Das ganze Jahr muss sie so vegan modelmäßig leben und bei mir gibt es dann was Gscheits zu essen.“ Trotz ihrer Bezeichnung als „Papa-Kind“ habe sie nie viel Zeit mit ihrem Vater verbracht. Termine vereinbare sie mit seinem Assistenten, selbst beim Münchner Wiesn-Anstich blieb sie im Hintergrund: „Ich hab' zugeschaut und gelächelt, aber mein Vater hat mich nicht gesehen.“ Öffentliche Auftritte an seiner Seite seien zwar wichtig für ihre Karriere, doch eigentlich wolle sie aus seinem Schatten treten. „Durch meinen Vater kam wirklich gar nichts“, sagt Burkandt.

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Ungewöhnlicher Einblick eines Spitzenpolitikers

Dass sich ein deutscher Spitzenpolitiker im Reality-Fernsehen in seiner Elternrolle zeigt, ist laut Experten außergewöhnlich. Borwin Bandelow, Professor für Psychiatrie an der Universität Göttingen, Autor von „Celebrities. Vom schwierigen Glück, berühmt zu sein“, sagt: „Generell kann man sagen, dass die Persönlichkeiten von Politikern einerseits und Fernsehstars, Influencern oder Models sehr ähnlich sind. Es geht um Ehrgeiz, Narzissmus und Geltungsdrang. Dahinter steht der Wunsch, von möglichst vielen Menschen geliebt und verehrt zu werden. Solche Persönlichkeitseigenschaften vererben sich auch, so dass es keine Überraschung ist, wenn die Kinder den gleichen Hang zur Öffentlichkeitsdarstellung haben.“ Die CSU-Pressestelle ließ eine Anfrage zu Söders Motivation unbeantwortet.

Dramatisierung als Erfolgsrezept

Medienwissenschaftlerin Anne Ulrich von der Universität Tübingen erklärt: „Letztlich geht es bei solchen Auftritten weder um familiäre Werte noch um politische Inhalte, sondern ausschließlich um die affektgesteuerte Produktion von Prominenz.“ Die nicht ganz harmonische Beziehung zwischen Söder und seiner Tochter sei sogar „besseres“ Fernsehen, da sie Dramatisierung und Emotionalisierung biete. Manchen Zuschauern möge das distanzierte Verhältnis unangenehm sein, anderen aber „mag es angenehm erscheinen, dass auch Landesväter aus angestammten CSU-Territorien nicht mehr das Modell der nuklearen Kernfamilie vorleben“.

Söders rote Linien: Grüne und Linkspartei

Bemerkenswert sind Söders Äußerungen zu den Karriereplänen seiner Tochter: „Wenn ich mich jetzt über alles aufrege, was jeden Tag jemand sagt oder denkt oder macht – mei – dann wäre ich schon im Grab. Und deswegen versuche ich, darüber dann hinwegzugehen, aber wenn es was Lebensbedrohliches wäre, wenn sie krank wäre oder so – oder sie wär bei den Grünen oder bei der Linkspartei, das würde mich schon schocken.“ Er fordert von Burkandt „keine komischen Shows“ – eine Anspielung auf ihre Teilnahme an „Deutschlands dümmster Promi“, wo sie Helmut Kohl nicht erkannte. Söder betont jedoch: „Bei der Gloria ist alles möglich.“

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Opa-Wünsche und Abschiedsworte

Der 59-jährige CSU-Chef äußert in der Serie auch den Wunsch nach Enkelkindern: „Irgendwann würde ich schon gern Opa werden.“ Auf die Frage nach der gewünschten Anzahl sagt er: „Da ist der Güte Gottes keine Grenze gesetzt. Ich fänd' viele schon toll.“ Zum Abschied sagt er zu seiner Tochter: „Schatzi, ich wünsch Dir viel, viel Erfolg. Bleib anständig. Und schreib mir mal, wie's geht.“