Stefan Evers, der Berliner Finanz- und Kultursenator, soll nach dem Vorschlag der CDU-Kreisvorsitzenden Spitzenkandidat der Partei bei der kommenden Abgeordnetenhauswahl werden. Der 46-jährige CDU-Politiker gilt als erfahrener Stratege und scharfer Wahlkämpfer, der in der Landespolitik bereits mehrfach für höhere Ämter gehandelt wurde.
Vom Finanzsenator zum Spitzenkandidaten
Evers ist seit 2023 Finanzsenator und übernahm nach dem Rücktritt von Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson Ende April zusätzlich die Kulturverantwortung. Diese ungewöhnliche Kombination aus Finanzen und Kultur in Personalunion meistert er bisher weitgehend geräuschlos, obwohl er als Finanzsenator regelmäßig auf die begrenzten finanziellen Mittel hinweist. Der studierte Jurist, der in Herdecke (Nordrhein-Westfalen) geboren wurde, lebt seit 1999 in Berlin und studierte Rechtswissenschaften an der Universität Potsdam. Nach seinem Studium arbeitete er als Referent im Deutschen Bundestag.
Lange Parteikarriere und Wahlkampfstärke
Seit 2011 ist Evers Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und startete sofort als stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Von 2018 bis 2023 war er parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion, von Dezember 2016 bis Herbst 2023 Generalsekretär der Landespartei. In Wahlkämpfen hat er sich durch scharfe Attacken auf politische Gegner profiliert. Er gilt als jemand, der den Finger in die Wunde legt – auch wenn es anderen wehtut. Regierungschef Kai Wegner kennt ihn seit langem und konnte sich auf seine Loyalität verlassen; inhaltlich waren sie meist auf einer Linie. Von Evers ist daher kein erhebliches Umsteuern bei den politischen Zielen zu erwarten, abgesehen von seiner deutlichen Betonung der Haushaltsdisziplin.
Privatleben und Interessen
Evers ist verheiratet und schwul. Er interessiert sich nicht nur beruflich, sondern auch privat für Kultur: Er ist ein Filmfan und Tierfreund. Der „Berliner Morgenpost“ verriet er, der Tierpark Friedrichsfelde sei für ihn ein magischer Ort. Seine Favoriten leben in der Himalaya-Anlage: „Für die Roten Pandas komme ich immer gerne her“, so Evers.



