Das Unwetter-Chaos bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA hat am Mittwoch einen neuen Höhepunkt erreicht. Vor der Begegnung zwischen den Niederlanden und Tunesien in Kansas City zog ein schweres Gewitter auf, das die Verantwortlichen zu drastischen Maßnahmen zwang. Fans, die sich bereits im Stadion befanden, mussten die Arrowhead-Arena umgehend verlassen, während Besucher, die noch auf dem Weg waren, angewiesen wurden, in ihren Fahrzeugen Schutz zu suchen.
Evakuierung und Schutzsuche
Bereits um 15.01 Uhr Ortszeit (22.01 Uhr deutscher Zeit) wurden die Zuschauer über die Anzeigetafeln und Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, Schutz zu suchen. Die wenigen Fans, die schon auf ihren Plätzen waren, wurden in den Umlauf des Stadions geleitet. Nur eine Minute später, um 15.02 Uhr, wurde auch das Pressezentrum evakuiert; die Journalisten mussten in den Tunneln der Arena Zuflucht nehmen.
Die Wetterlage verschlechterte sich rapide. Um 15.29 Uhr warnten die Behörden zusätzlich vor Überflutungen aufgrund der heftigen Regenfälle. Fans, die mit Shuttlebussen aus der Stadt angereist waren, durften die Busse ab 15.37 Uhr nicht mehr verlassen. Autofahrer auf dem Parkplatz wurden um 15.42 Uhr angewiesen, zum eigenen Schutz in ihren Fahrzeugen zu bleiben.
Warnungen und Entwarnung
Auf den Anzeigetafeln vor dem Stadion erschien die englische Warnung: „Due to severe weather threat please take shelter in your vehicle“ – zu Deutsch: „Aufgrund der Gefahr durch Unwetter suchen Sie bitte Schutz in Ihrem Fahrzeug.“ Die Stimmung unter den rund 72.000 erwarteten Zuschauern war angespannt, doch die Sicherheitskräfte handelten routiniert.
Die Entwarnung kam um 16.25 Uhr Ortszeit. Auf der Videoleinwand leuchtete die Nachricht „the weather threat has cleared“ auf. Die Fans durften zurück ins Stadion strömen, und auch das Pressezentrum öffnete wieder. Pünktlich um 18.00 Uhr gab Schiedsrichterin Katia Garcia aus Mexiko die Partie frei – das Spiel konnte wie geplant angepfiffen werden.
Hintergrund und Auswirkungen
Das Unwetter war Teil einer Serie von Gewittern, die die WM-Woche in Kansas City begleiteten. Bereits zuvor hatten Organisatoren und Sicherheitskräfte Notfallpläne aktiviert, um die Sicherheit der Fans zu gewährleisten. Die Evakuierung verlief nach Angaben der örtlichen Polizei ohne Zwischenfälle. „Wir sind froh, dass alle Besucher kooperiert haben und niemand zu Schaden kam“, sagte ein Sprecher der Stadionleitung.
Das Spiel selbst endete mit einem 2:1-Sieg der Niederlande, doch die Bilder der geräumten Arena und der Schutz suchenden Fans gingen um die Welt. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor vor extremen Wetterlagen in der Region gewarnt. Die WM-Organisatoren kündigten an, die Wetterprognosen künftig noch enger zu überwachen.



