13 Wochenendtipps für Kurzentschlossene: Von Niki de Saint Phalle bis Madness
13 Wochenendtipps: Von Niki de Saint Phalle bis Madness

Das Wochenende steht vor der Tür und der Kartenverkauf in Konzerthäusern und Theatern ist so unberechenbar wie das Wetter. Doch selbst wenn das Konzert von Anne Sofie von Otter und Nico Holonics bereits ausverkauft sein sollte: Es gibt zahlreiche Alternativen, darunter viele ohne Kartenzwang.

Samstag, 4. Juli 2026: Ausstellung „Nikification“ im Museum für Niki de Saint Phalle

Die Ausstellung „Nikification“ im Museum für Niki de Saint Phalle beleuchtet das komplexe Verhältnis der Künstlerin zu Deutschland. 1974 wurden ihre „Nanas“ in Hannover als „ekelhafte Scheußlichkeiten“ und „Kulturschande“ beschimpft. Für de Saint Phalle war dies ein Schlüsselerlebnis für ihr Verständnis von Kunst als gesellschaftlicher Kraft. In Berlin scheiterte ihr Projekt für den Lützowplatz, für das sie drei Grazien als Symbol für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des wiedervereinten Deutschlands schuf. Die Ausstellung zeigt unter anderem das Foto „Les Trois Grâces“ (1995–2003).

Musikfestival „Down By The River“: Indiepop in urbaner Wassernähe

Das Indiepop-Festival „Down By The River“ findet zum fünfzehnten Mal statt. Kuratiert von Ran Huber und seinem AmStart-Team, bietet es liebliche Locations in Wassernähe, faire Preise und ein Line-up voller Geheimtipps. Zu den Highlights zählen der New Yorker Avant-Folk-Visionär Seth Faergolzia, der Kunstpop der Hamburgerin Frau Kraushaar, Freschard aus Dijon mit burgundischem Scheunenfolk, Paloma 004 mit rustikalem Garagenrock und Räubertochter mit Atzen-Techno. Das Festival lebt von der Heterogenität, die beim Flanieren zwischen den beiden Bühnen genossen werden kann.

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Benefiz-Flashmob: „The Most Wuthering Heights Day Ever“ in Potsdam

Zum ersten Mal kommt der „Kate-Bush-Flashmob“ nach Potsdam ins Schloss Lindstedt. Teilnehmer sind eingeladen, in roten Kleidern und mit roten Blumen im Haar die Choreografie des ikonischen Musikvideos „Wuthering Heights“ von 1978 zu tanzen. Der Flashmob begann 2013 in Brighton als Rekordversuch und ist mittlerweile ein jährliches Ereignis weltweit. Der Tag ist auch eine Hommage an Emily Brontë, deren Roman von 1847 die Vorlage für den Song lieferte.

Gartenfest im Brücke-Museum: „Draußen… Unter Kiefern“

Das Brücke-Museum eröffnet eine Doppelausstellung, die eine neue Beziehung zwischen Natur und Kunst knüpft. Dazu gehört ein künstlerischer Lehrpfad auf dem Waldgelände. Zur Eröffnung lädt das Museum zu einer Gartenparty mit dem Wilden Eisladen der Künstlerin Eva-Fiore Kovacovsky, Musik von DJ und Soundkünstlerin Amuleto Manuela, Künstlergesprächen sowie Essen und Trinken. Gezeigt wird unter anderem Ernst Ludwig Kirchners „Baumgruppe auf Fehmarn“ (1913).

Filmreihe: „In weiter Ferne, so nah!“ – Tschechisches und slowakisches Kino

Die Reihe im Zeughauskino und Kino Krokodil versammelt bis Jahresende in acht Programmen zentrale Motive und Bruchlinien des tschechischen und slowakischen Films – von der ersten Tschechoslowakischen Republik bis in die Gegenwart. Ein Höhepunkt ist Miloš Formans „Der Feuerwehrball“ (1967), eine bittere Gesellschaftsgroteske, die eine gerontokratische Machtclique karikiert. Der Film wird in der Sektion „Freu dich nicht zu spät!“ mit Schwerpunkt Humor gezeigt.

Theater: „Zwanzig Minuten“ von Judith Kuckart im Theater Thikwa

Judith Kuckart, Tänzerin, Choreografin, Regisseurin und Schriftstellerin, hat mit dem inklusiven Ensemble des Theater Thikwa das Stück „Zwanzig Minuten“ erarbeitet. Zwanzig Minuten ist die Wartezeit beim Zahnarzt, die durchschnittliche Dauer von Sex oder eines Supermarkteinkaufs – und die Zeit, bis die Polizei kommt. Das Stück erzählt von Momenten, die das Leben verändern. Kuckart nennt ihre Methode „ein Fischen im Dunkeln des Unerzählten“.

Open Air: „Klassik am Weberplatz“ in Potsdam

Das Collegium musicum lädt zur Foxtrott-Tanznacht vor der illuminierten Friedrichskirche. Das Sinfonieorchester und das Brazil Ragtime Trio entführen in die mondäne Tanzwelt der 1910er und 1920er Jahre (Samstag, 20:30 Uhr). Am Sonntag ist Familientag: Das Orchester „Stringendo“ der Musikschule präsentiert das musikalische Märchen „Die klingenden Siebenmeilenstiefel“ (16 Uhr).

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Sonntag, 5. Juli 2026: Berliner Bilderbuchfest

Die Buchbox lädt zum Berliner Bilderbuchfest ein. An über vierzig Ständen können sich Klein und Groß in Neuerscheinungen vertiefen. Im Lesezelt lesen Kinderbuchautoren wie Michael Feindler und Tobias Goldfarb vor. Es gibt Familienpop von Anton, Kinderrock mit Raketen Erna, Bastelworkshops, Streetfood und Kinderschminken. Kinderbuchstar Kai Lüftner bringt Furzipups, den Knatterdrachen, mit.

Open Air: „Jazz in the Garden“ im Jüdischen Museum Berlin

Das Nigun Quartet aus Israel verbindet chassidische Melodien mit der Klangsprache des Jazz. Seit acht Jahren interpretiert das Ensemble mit Klavier, Saxofon, Kontrabass und Schlagzeug den Nigun – die spirituelle, chassidische Melodie – immer wieder neu. Die Konzertreihe Zukunftsmusik präsentiert das Quartett im Garten des Jüdischen Museums. Drinnen läuft die Sonderausstellung „Between the Lines. Daniel Libeskind und das Jüdische Museum Berlin“ noch bis 31. Oktober.

Lesung: Dennenesch Zoudé über Josephine Baker

Schauspielerin Dennenesch Zoudé nähert sich mit einer musikalischen Lesung dem Leben von Josephine Baker. Die Tänzerin und Sängerin verließ 1925 die USA, um der Rassentrennung zu entfliehen, und wurde über Nacht zum Liebling von Paris. Baker war Revolutionärin und Freiheitskämpferin, kämpfte im Zweiten Weltkrieg für die Résistance und adoptierte zwölf Kinder aus verschiedenen Teilen der Welt.

Album-Release: Anne Sofie von Otter „Berlin! Berlin! Berlin!“

Die Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter und der Schauspieler Nico Holonics präsentieren ein Programm, das den Geist der 1920er bis 1940er Jahre spürbar macht. Begleitet werden sie von Dirigent und Pianist Adam Benzwi sowie dem Salonorchester der Komischen Oper Berlin. Auf dem Programm stehen Lieder von Bruno Balz, Kurt Weill und Hanns Eisler.

Kinder: Dikka – „Boah ist das Krass Tour 2“

Dikka, das rappende Rhinozeros, ist die Kunstfigur von Simon Lerch-Müller, der Hits für Udo Lindenberg, Mark Forster und Sido schrieb. In kindgerechten Rap- und Popsongs vermittelt Dikka Botschaften wie „Nein heißt nein“ und „Ich bin ich“ und rappt über Umweltzerstörung, Frieden und kochende Väter. Nach einem ausverkauften Konzert wurde eine Zusatzshow angesetzt. Kinder können in gesicherten Bereichen vor der Bühne stehen und ein Erinnerungsfoto mit Dikka machen.

Ska: Madness live

Die britische Band Madness ist seit über vier Jahrzehnten mit ihrer Mischung aus Ska, Pop und Humor aktiv. Zu den Klassikern zählen „Our House“, „One Step Beyond“, „My Name is Michael Caine“ und das melancholische „Yesterday’s Men“. Das Konzert verspricht tanzbare Rhythmen, treibende Basslinien und eingängige Melodien.