DLRG warnt: 30 Badetote an einem Wochenende – alle männlich
30 Badetote an einem Wochenende – alle männlich

Nach dem Rekordhitze-Wochenende in Deutschland hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) eine erschreckende Bilanz gezogen: Mindestens 30 Menschen starben beim Baden, darunter ausschließlich Männer. DLRG-Pressesprecher Martin Holzhause spricht von einer „verheerenden Bilanz“. Allein am vergangenen Wochenende kamen 26 Menschen in Gewässern ums Leben, bis auf einen in Seen oder Flüssen. Hinzu kommen sieben Todesfälle vom vorherigen Donnerstag, ebenfalls alles Männer. Weitere Todesfälle könnten noch bekannt werden, da acht Personen nach Reanimation in Krankenhäuser eingeliefert wurden.

Männer sind besonders gefährdet: 80 Prozent der Badetoten sind männlich

Die DLRG führt seit 25 Jahren eine Statistik zu Badetoten, und der Anteil männlicher Opfer liegt konstant bei etwa 80 Prozent. „Es ist kein neues Phänomen“, betont Holzhause. „Männer verhalten sich risikofreudiger, verkennen Gefahren oder ignorieren sie.“ Dies zeige sich auch beim Missachten von Badeverboten, etwa am Rhein. Zudem gehen Männer häufiger betrunken ins Wasser. Selbstüberschätzung sei ein großer Faktor, auch bei älteren Männern. „Die gehen schwimmen, und am Anfang geht es ihnen auch noch gut. Doch sie bemerken nicht, dass sie vielleicht nicht so leistungsfähig sind wie gedacht, etwa bei Hitzewetter“, so Holzhause. Männer hätten zudem ein größeres Risiko für Herz-Kreislauf-Notfälle.

Die Toten: Von jungen Männern bis zu Senioren

Viele der Badetoten dieses Wochenendes waren zwischen 20 und 40 Jahre alt, aber auch Senioren starben. „Am Donnerstag hatten wir zwei ältere Männer, 71 und 74 Jahre alt, die in den Bodensee gesprungen sind“, berichtet Holzhause. „Sie waren mit ihren Ehefrauen auf einem Boot unterwegs, sprangen ins Wasser und tauchten nicht wieder auf.“ Im Bodensee könne es sein, dass ihre Leichen nie gefunden werden.

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Frauen sind vorsichtiger: Weniger Risikobereitschaft

„Frauen sind vorsichtiger, gehen diese Risiken eher nicht ein“, erklärt Holzhause. Sie tasten sich langsam heran oder gehen gar nicht erst ins Wasser, wenn sie sich körperlich nicht fit fühlen. Die DLRG setzt auf Aufklärung, insbesondere in Schwimmkursen. „Wer tatsächlich richtig schwimmen lernt, befasst sich auch mit den Gefahren.“ Dennoch fänden sich unter den Badetoten immer wieder Nichtschwimmer, deren Risiko deutlich höher sei. Daher appelliert die DLRG: „Das Angebot an Schwimmausbildungen sollte ausgebaut werden.“

Wetter beeinflusst Zahl der Badetoten

Wie viele Menschen diesen Sommer in deutschen Gewässern sterben, wird laut Holzhause vor allem vom Wetter abhängen: „Wenn wir mehr solcher Hitzephasen haben, wird es auch mehr Unfälle geben.“ Die DLRG rät daher zu Vorsichtsmaßnahmen: Badende sollten sich vor dem Sprung ins Wasser abkühlen und genug trinken, um Kreislaufprobleme zu vermeiden. Zudem empfiehlt die Organisation, nur an bewachten Badestellen zu schwimmen, Strömungen zu meiden und die eigene Leistungsgrenze realistisch einzuschätzen. Alkohol- und Drogenkonsum beim Baden sind tabu, und Kinder sollten nie unbeaufsichtigt ins Wasser.

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