Zwei Jahrzehnte nach dem Abitur am John-Lennon-Gymnasium in Berlin kamen 50 ehemalige Schüler wieder zusammen, um ihre damaligen Pläne mit der Realität abzugleichen. Constanze Nauhaus berichtet von einem Treffen, das von Nostalgie und Selbstreflexion geprägt war.
Ein Döner als Zeitmaschine
Irgendwann am Abend aß sie zum ersten Mal seit 20 Jahren Döner. Ihre Schulfreundin Lina hielt ihr das triefende Stück Nostalgie unter die Nase mit den Worten: „Komm, beiß rin, is geil!“ Anfangs zögerte sie, weil sie mit dem Erwachsenwerden aufgehört hatte, unglückliches Formfleisch zu essen, aber die Faszination siegte. „Na jut“, biss sie zu. Sofort war die Erinnerung an die Mittagspausen beim Rosenthaler Grill da. „Krass“, sagte sie zu Lina, zum Döner, verschmiert von Soße und Rührung.
Das Abibuch als Gradmesser
Das Treffen war nicht nur ein geselliges Beisammensein, sondern auch eine Bestandsaufnahme. Die ehemaligen Schüler holten das Abibuch heraus und verglichen ihre Leben mit den Plänen von damals. Wer hatte die Träume seines jugendlichen Ichs in die Tat umgesetzt? Die Antworten fielen gemischt aus: Manche hatten ihre Ziele erreicht, andere waren andere Wege gegangen.
Die Veranstaltung am John-Lennon-Gymnasium zeigte, wie sehr sich die Lebenswege in zwei Jahrzehnten auseinanderentwickelt haben. Während einige beruflich erfolgreich wurden oder ihre Leidenschaften verfolgten, mussten andere Rückschläge hinnehmen oder ihre Prioritäten neu setzen. Dennoch war die Stimmung von gegenseitiger Wertschätzung geprägt.
Erinnerungen an die Schulzeit
Die Gespräche kreisten um gemeinsame Erlebnisse, Lehrer und Anekdoten. Der Döner vom Rosenthaler Grill war nur ein Beispiel für die vielen kleinen Dinge, die die Schulzeit unvergesslich machten. Die ehemaligen Schüler tauschten sich darüber aus, wie sie die Jahre nach dem Abitur erlebt hatten und was aus ihren damaligen Träumen geworden war.
Constanze Nauhaus beschreibt den Abend als eine Mischung aus Wehmut und Freude. Es sei berührend gewesen, die Geschichten der anderen zu hören und zu sehen, wie jeder seinen Weg gefunden habe – auch wenn er nicht immer dem Plan von damals entsprach.



