In einem Ortsteil von Klipphausen in Sachsen haben Jugendliche gemeinsam mit ihren Eltern eine alte Kita-Turnhalle in einen eigenen Jugendclub verwandelt. Die Initiative ging von Leonas (15) aus, der nach einem Besuch bei seiner Cousine in Thüringen die Idee hatte, einen eigenen Treffpunkt zu schaffen.
Gemeinsam mit seinem Freund Moritz (16) und weiteren Jugendlichen aus dem Ort suchten sie nach einer Lösung. Der nächste Jugendclub war mehr als fünf Kilometer entfernt, und das Dorfleben bot bisher nur Treffen an der Bushaltestelle oder im Schwimmbad. Mit Unterstützung der Eltern wandten sie sich im April 2025 an den Ortschaftsrat und überzeugten auch den Bürgermeister mit ihren Wünschen auf Plakaten.
Die Gemeinde stellte eine ehemalige Kita-Turnhalle am Dorfberg in Miltitz zur Verfügung. Die rund 42 Quadratmeter große Halle hatte jedoch weder Wasser- noch Abwasseranschlüsse. Die Gemeinde gab einen vierstelligen Betrag, verlangte aber, dass die Jugendlichen selbst mit anpacken. Seitdem arbeiten die Jugendlichen und ihre Eltern samstags in Kernarbeitszeit an der Renovierung.
Bereits wurden die Decke gedämmt, alte Elektronik entfernt, der Sanitärbereich ausgebaut, der Fußboden gemacht und gestrichen. Trotz des Rohbaus nutzen die Teenager den Raum bereits als Treffpunkt. Frieda (13) berichtet: „Man kommt mehr zusammen und lernt sich besser kennen. Man hat einen Ort, an dem man sein Herz ausschütten kann.“
Bis Ende des Jahres soll der Club fertig sein und mit Sitzgelegenheiten, Tresen und Dartscheibe ausgestattet werden. Geplant sind auch Disco-Abende und Sommerfeste. Die Eltern sind stolz auf die Eigeninitiative: „Früher haben sie nur am Handy gehockt, jetzt sind sie richtig motiviert.“



