Zahl der Badetoten im Norden steigt im Juni deutlich an
Badetote im Norden: Juni 2026 mit vier Toten in SH

Die Zahl der Badetoten in Norddeutschland ist im Juni 2026 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilte, kamen in Schleswig-Holstein vier Menschen beim Baden oder Schwimmen ums Leben – drei mehr als im Juni 2025. In Hamburg registrierte die Organisation einen Todesfall, nachdem es im Vorjahr zwei waren.

Bundesweit höchste Zahl seit 2003

Bundesweit ertranken im Juni 99 Menschen beim Baden oder Schwimmen. Dies sei die höchste Zahl an Badetoten in einem Juni seit 2003, erklärte die DLRG. 55 Menschen starben in Seen, 21 in Flüssen. Jeweils sechs Todesfälle gab es in Schwimmbädern, im Meer und in Kanälen. Die meisten Opfer waren jung: 40 Personen waren nicht älter als 30 Jahre, 35 älter als 50 Jahre.

DLRG-Präsidentin warnt vor Gefahren

„Der tragische Start in die Badesaison gibt Anlass zur Sorge, dass bei weiteren Hitzewellen im Hochsommer erneut viele Menschen ihr Leben im Wasser verlieren könnten“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Sie betonte, dass über 90 Prozent der Todesopfer männlich waren. Unter den jungen Leuten seien es sogar alle. Vogt appellierte besonders an Jungen und Männer, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf riskante Aktionen zu verzichten.

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Häufige Unfallursachen

Die Auswertung der tödlichen Unfälle zeige bekannte Muster: Viele Menschen unterschätzten Gefahren wie Strömungen und Temperaturunterschiede beim Gang oder Sprung ins Wasser. Hinzu kämen fehlendes Schwimmvermögen, Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache und trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle.

Einfache Regeln senken Risiko

Die DLRG ruft dazu auf, nur an bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen, nie überhitzt zu springen und vorher abzukühlen. Zudem solle man nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss baden und Strömungen sowie unbekannte Gewässer meiden. Kinder müssten stets beaufsichtigt werden, und beim Paddeln, Surfen oder Bootfahren sollte eine Schwimmweste getragen werden.

Hintergrund: DLRG und Hitzesommer 2003

Im Hitzesommer 2003 waren im Juni bundesweit 107 Menschen in Gewässern tödlich verunglückt. Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation klärt über Wassergefahren auf, bringt Menschen das Schwimmen bei und bildet Rettungsschwimmer aus. Fast 55.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer wachen jährlich insgesamt 2,6 Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern. Die DLRG hat knapp 630.000 Mitglieder und mehr als 1,3 Millionen Förderer. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

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