Hitzewelle in Berlin: Rekord von 39,9 Grad, Wasserwerfer und Bruno Mars
Berliner Hitzewelle: 39,9 Grad, Wasserwerfer, Bruno Mars

Berlin erlebt an diesem Wochenende eine extreme Hitzewelle mit einem neuen Temperaturrekord von 39,9 Grad Celsius, gemessen in Berlin-Tempelhof. Der bisherige Rekord lag bei 38,9 Grad aus dem Jahr 2015. Die Polizei setzt Wasserwerfer ein, um die Bevölkerung abzukühlen, während Bruno Mars im Olympiastadion im DFB-Trikot auftritt. Die Feuerwehr verzeichnete am Samstag 2055 Einsätze, etwa 500 mehr als üblich, mit Schwerpunkt auf Notfallrettung wegen Kreislaufproblemen und Bränden.

Rekordhitze und ihre Folgen

Der Deutsche Wetterdienst bestätigte am Samstag einen neuen Hitzerekord für Berlin: 39,9 Grad in Tempelhof. In Brandenburg wurden in Baruth sogar 40,8 Grad gemessen. Die extreme Hitze führte zu zahlreichen Ausfällen: Ampeln fielen im gesamten Stadtgebiet aus, und in Polen brach der Zugverkehr komplett zusammen, wobei Eurocity-Züge nach Berlin bis zu fünf Stunden Verspätung hatten.

Die Berliner Feuerwehr war im Dauereinsatz. Am Samstag zählte sie 2055 Einsätze, darunter mehr als 120 Brände – etwa doppelt so viele wie an normalen Tagen. Der Rettungsdienst musste häufig wegen kollabierender Menschen und Kreislaufproblemen ausrücken. Zudem gab es mehrere schwere Unfälle: Im Hafen Tempelhof und am Jungfernheideteich wurden zwei leblose Männer aus dem Wasser geborgen; Reanimationsversuche blieben erfolglos. Ein Jugendlicher wurde leblos aus der Spree gezogen, was den dritten Badetoten an diesem Wochenende bedeutete.

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Wasserwerfer und Bruno Mars

Die Berliner Polizei setzte am Samstag und Sonntag Wasserwerfer ein, um für Abkühlung zu sorgen. Zwei Fahrzeuge mit je 9000 Litern Wasser fuhren zum Brandenburger Tor, Potsdamer Platz und anderen Orten. Polizeipräsidentin Barbara Slowik-Meisel dankte den Einsatzkräften, die extra aus dem Wochenende zurückkehrten. Am Sonntag war der Wasserwerfer auch am Olympiastadion im Einsatz, wo Bruno Mars ein Konzert gab.

Bruno Mars trug beim Konzert am Sonntag ein luftiges DFB-Trikot, nachdem er am Freitag noch einen langen roten Overall trug. Das Publikum fächerte sich im Takt, und der Arbeiter-Samariter-Bund verteilte Dutzende Flaschen Sonnencreme. Das Olympiastadion lockerte die Regeln: Alkoholfreie Getränke in Tetrapaks oder Weichplastikflaschen bis zu einem Liter durften mitgebracht werden, ebenso wie Ventilatoren und Fächer.

Gesundheitliche Notfälle und Todesfälle

Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) meldete eine deutliche Häufung von Patienten mit Hitzeschäden. Viele Senioren aus Pflegeheimen kamen mit Exsikkose (Austrocknung) und Nierenversagen. Die DLRG registrierte bis Sonntagnachmittag über 100 Einsätze, davon 76 medizinische wie Kreislaufprobleme und Bewusstseinseintrübungen. Vier Personen wurden vermisst, aber alle wohlbehalten gefunden.

Die Malteser meldeten eine technische Störung ihrer Hausnotrufgeräte, die seit Sonntagmorgen einen Teil der Kunden betraf. Betroffene sollten sich mit Angehörigen in Verbindung setzen oder bei akuten Beschwerden die 112 wählen.

Badebetrieb und kühle Orte

Die Berliner Sommerbäder waren am Sonntag ab dem Morgen ausverkauft; nur noch Besitzer von Zeitfenster-Tickets oder Abos wurden eingelassen. Das Kinderbad Monbijou hatte noch wenige Tickets. Vor dem Prinzenbad in Kreuzberg bildeten sich bereits um 9:30 Uhr lange Schlangen. Viele kühle Orte wie Kirchen und Bürgerzentren waren sonntags geschlossen, wie die Website kühle-orte.berlin zeigte.

Das Baden in Zierbrunnen ist in Berlin grundsätzlich verboten, da es sich nicht um kontrolliertes Badewasser handelt. Die Bezirksämter verwiesen auf das Grünanlagengesetz; Verstöße werden meist nur mündlich verwarnt.

Verkehr und Infrastruktur

Die Hitze verursachte erhebliche Verkehrsprobleme. Auf der A2 zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurden Hitzeschäden an der Fahrbahn immer größer, sodass mehrere Anschlussstellen gesperrt werden mussten. Die Polizei warnte vor langen Staus und empfahl, die A2 weiträumig zu umfahren. In Polen brach der Zugverkehr komplett zusammen; Dutzende Hochgeschwindigkeitszüge blieben liegen, und am Warschauer Hauptbahnhof herrschte Chaos.

In Berlin fielen am Samstag 19 Ampeln oder Spuranzeiger aus, wie der RBB-Inforadio berichtete. Die Hintergründe waren unbekannt.

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Kulturelle Veranstaltungen und Alltag

Trotz der Hitze fanden einige Veranstaltungen statt. Das Motorbootrennen auf der Regattastrecke in Grünau wurde durchgeführt, obwohl viele Events abgesagt wurden. Die Berliner Philharmoniker spielten ihr Saisonfinale in der Waldbühne unter Gewitterwolken; Dirigent Kirill Petrenko bat das Publikum, während der Zugabe „Berliner Luft“ zu gehen. In der „Else“ am Treptower Park feierten Gäste unter freiem Himmel, wo der Türsteher mit einer Sprühflasche kühlte und Wasser kostenlos war.

Ein Rewe-Getränkemarkt in Friedrichshain blieb am Samstag wegen extremer Hitze geschlossen, da es keine Klimaanlage gab. Auf dem Flohmarkt am Boxhagener Platz berichteten Händler von guten Geschäften mit Fächern, Sonnenbrillen und Caps. Ein Späti-Verkäufer am Görlitzer Bahnhof sagte: „Ich habe mehr Kunden als sonst und verkaufe mehr. Beliebteste Artikel sind Wasser und Bier.“

Fazit

Das Hitzewochenende in Berlin forderte mehrere Todesopfer und führte zu einer enormen Belastung von Rettungsdiensten und Infrastruktur. Die Polizei setzte ungewöhnliche Maßnahmen wie Wasserwerfer ein, und die Berliner suchten Abkühlung an Seen, in Freibädern oder im Schatten. Die Rekordtemperaturen zeigen die zunehmende Herausforderung durch Hitzewellen in der Hauptstadt.