Boris Becker: „Die Deutschen halten mich für ihr Eigentum“
Boris Becker: Deutsche halten mich für ihr Eigentum

Boris Becker (58) hat in einem Interview mit dem britischen „Daily Telegraph“ deutliche Worte über Deutschland und sein neues Leben in Mailand gefunden. Der Tennis-Star, der 1985 als jüngster Wimbledon-Sieger der Geschichte weltberühmt wurde, lebt heute mit seiner Ehefrau Lilian (36) und der gemeinsamen Tochter Zoe (7 Monate) in Mailand. Deutschland könne er sich als Lebensmittelpunkt kaum noch vorstellen, in Italien fühle er sich deutlich freier.

„Die Deutschen halten mich für ihr Eigentum“

Über seine Heimat Deutschland sagt Becker: „Die Deutschen halten mich, mit allem Respekt, für ihr Eigentum. Es ist, als würden sie mich besitzen und sogar den 17-Jährigen. Deshalb hat der 58-Jährige eigentlich kein Recht zu leben, eine Meinung zu haben, anderer Meinung zu sein oder Nein zu sagen.“ Ganz anders erlebe er seinen Alltag in Mailand: „In Italien bin ich nicht Eigentum des Landes. Die Menschen mögen mich, sie kennen mich und ich hoffe, dass sie mich respektieren. Das macht mein tägliches Leben viel einfacher.“

Neuanfang in Mailand

Bereits in einem früheren Gespräch mit BILD hatte Becker verraten, dass Mailand längst seine neue Heimat geworden ist. „Wir haben gern in London gelebt, aber mittlerweile fühlen wir uns in Mailand zu Hause.“ Auf die Frage, ob er inzwischen Italienisch spreche, antwortete er lachend: „Nein. Lilian spricht perfekt fünf Sprachen, da muss ich nicht hineinreden mit meinem schlechten Italienisch.“

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Nach der Haft: 95 Prozent des Freundeskreises verschwunden

2022 wurde Becker in Großbritannien zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach rund acht Monaten kam er frei und wurde nach Deutschland abgeschoben. Besonders die Zeit danach habe ihm gezeigt, auf wen er sich wirklich verlassen könne. „Ich würde sagen, dass 90 Prozent meines früheren Freundeskreises verschwunden sind. Wahrscheinlich sogar 95 Prozent“, sagt er dem „Telegraph“. Heute sei er deutlich vorsichtiger geworden. Wenn Menschen wieder Kontakt zu ihm suchten, gebe es innerhalb der Familie ein „Warnsystem“. Becker: „Ich werde das Leben, das wir heute führen, nicht noch einmal für weitere Fehler aufs Spiel setzen. Man muss sich immer bewusst sein, dass irgendwo jemand lauert, der versucht, einen wieder zu Fall zu bringen. Das gehört dazu, wenn man in meiner Position ist. Jetzt kommt niemand mehr durch.“

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