Der Förderverein der Weidenhof-Grundschule im Potsdamer Stadtteil Schlaatz hat scharfe Kritik an den Plänen für einen gemeinsamen Campus von Schule, Bürgerhaus und Jugendclub geäußert. Die seit Dezember vergangenen Jahres vorliegenden Pläne würden die besonderen Interessen der Schule nicht berücksichtigen, erklärte Alexander D. Wietschel, Vorsitzender des Schulfördervereins, gegenüber dem Tagesspiegel. Hauptkritikpunkt ist der geplante Wechsel des Hortes.
Lehrerkollegium lehnt Campus-Pläne ab
Das Kollegium der Weidenhof-Grundschule stehe den Plänen geschlossen ablehnend gegenüber, so Wietschel. Die Schule befürchte, dass durch die räumliche Neugestaltung und die Verlagerung des Hortes wichtige pädagogische Konzepte gefährdet würden. Der Förderverein warnt vor Nachteilen für die Schulgemeinschaft und fordert eine Überarbeitung der Pläne unter Einbeziehung der Schule.
Hortwechsel als zentraler Konfliktpunkt
Besonders umstritten ist die geplante Verlagerung des Hortbetriebs. Bislang ist der Hort eng in den Schulalltag integriert, was eine enge Verzahnung von Unterricht und Betreuung ermöglicht. Die neuen Pläne sehen eine räumliche Trennung vor, was nach Ansicht des Fördervereins die Qualität der Betreuung beeinträchtigen könnte. „Der Hort ist ein wesentlicher Bestandteil des Schullebens. Eine Trennung würde den Kindern und Eltern schaden“, betonte Wietschel.
Bürgerhaus und Jugendclub als Teil des Campus
Der geplante Campus soll neben der Schule auch ein Bürgerhaus und einen Jugendclub umfassen. Ziel der Stadt Potsdam ist es, durch die Bündelung von Einrichtungen Synergien zu schaffen und das Quartier zu stärken. Der Förderverein begrüßt grundsätzlich die Investitionen in den Stadtteil, kritisiert jedoch die mangelnde Berücksichtigung der schulischen Belange. „Wir sind nicht gegen den Campus, aber die Schule darf nicht zum Spielball der Planungen werden“, so Wietschel.
Forderung nach transparentem Dialog
Der Förderverein fordert einen transparenten Dialog zwischen Stadtverwaltung, Schule und Elternschaft. Bislang fühlten sich die Beteiligten nicht ausreichend informiert und in die Entscheidungsprozesse eingebunden. „Es muss sichergestellt werden, dass die Bedürfnisse der Schule und der Kinder im Mittelpunkt stehen“, sagte Wietschel. Die Stadt Potsdam hat noch nicht offiziell auf die Kritik reagiert.



