Schauspielerin Caro Cult verlor ihre Rolle in der ARD-Serie „Schattenseite“, nachdem ihre Figur schwanger wurde. Sie klagte – und gewann vor dem Arbeitsgericht. „Mir ging’s ums Prinzip“, sagt sie im SPIEGEL-Interview. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen in der Filmbranche.
Die Rolle und die Kündigung
Cult spielte eine verführerische Lehrerin, die eine sexuelle Beziehung mit ihrem Schüler eingeht. In der Serie wird die Figur schwanger. Kurz darauf erhielt die Schauspielerin die Kündigung. Die ARD begründete dies mit „konzeptionellen Änderungen“. Cult vermutet jedoch einen anderen Grund: „Die Schwangerschaft meiner Figur war der Auslöser.“ Sie sei nicht gefragt worden, ob sie die Entwicklung mittragen wolle.
Der Rechtsstreit
Das Arbeitsgericht gab Cult recht. Die Kündigung sei unwirksam, da sie gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoße. „Schwangerschaft darf kein Kündigungsgrund sein, auch nicht in einer fiktiven Serie“, betont ihre Anwältin. Cult selbst sagt: „Ich wollte ein Zeichen setzen, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss.“ Der Fall zeigt, wie prekär die Lage vieler Schauspieler ist: befristete Verträge, Abhängigkeit von Produktionsfirmen, wenig Rechtssicherheit.
Machtgefälle in der Filmbranche
Laut einer Studie der Gewerkschaft ver.di haben 70 Prozent der Schauspieler in Deutschland keine feste Anstellung. Viele arbeiten projektbezogen und sind oft von Willkür betroffen. „Der Fall Cult ist kein Einzelfall“, sagt ein Branchenkenner. „Er macht deutlich, wie schnell man ausgetauscht wird, wenn man nicht mehr ins Konzept passt.“ Die ARD selbst äußerte sich nicht zu dem Urteil.
Auswirkungen auf die Branche
Das Urteil könnte Signalwirkung haben. Es stärkt die Rechte von Schauspielerinnen, die wegen einer Schwangerschaft – real oder fiktiv – benachteiligt werden. „Wir brauchen klare Regeln, wann eine Kündigung zulässig ist“, fordert Cult. Sie hofft, dass ihr Fall andere ermutigt, sich zu wehren. Die Filmbranche steht nun vor der Herausforderung, faire Arbeitsbedingungen zu schaffen.



