Mehr als 100.000 Menschen werden am Samstag zur Christopher Street Day (CSD)-Parade in Berlin erwartet. Die Veranstalter rechnen mit einem der größten CSDs in ganz Europa. Das Motto lautet in diesem Jahr: „Haltung ist hot“. Die Parade wird um 11.30 Uhr auf der Leipziger Straße offiziell eröffnet.
Programm: Drag March, Demokratieabend und Gottesdienst
Zum Auftakt des CSD-Wochenendes gab es am Freitag erstmals einen sogenannten Drag March. Er zog am Nachmittag zum Brandenburger Tor, wo ein großes Programm zum Thema Demokratie und Gleichberechtigung stattfand. Bei diesem „Demokratieabend“ trat die Berliner Rapperin Ikkimel auf. Dragqueens sind meist Männer, die in künstlerischen Performances Weiblichkeit darstellen oder parodieren, bei Dragkings ist es umgekehrt.
Außerdem war ein CSD-Gottesdienst mit dem Titel „Liebe braucht Community“ geplant. Zudem zog die traditionelle Demonstration lesbischer Frauen mit dem Motto „Dyke* March Berlin“ vom Roten Rathaus nach Kreuzberg.
Parade: Route und Teilnehmer
Mit 83 Wagen, 55 Fußgruppen und mehr als 100.000 Menschen zieht die große Parade durch Berlin. Die Route führt über Leipziger Straße, Potsdamer Platz, Nollendorfplatz und Lützowplatz zur Siegessäule und Straße des 17. Juni. Entlang der Strecke haben viele Kneipen geöffnet, besonders in Schöneberg wird viel gefeiert.
Politiker von CDU, SPD, Grünen und Linken kommen wegen der anstehenden Abgeordnetenhauswahl im September kurz zu Wort. Die Abschlusskundgebung ist am Brandenburger Tor mit einem großen Bühnenprogramm und einer Party.
Abschlusskundgebung: Sarah Connor tritt auf
Bei der Abschlusskundgebung tritt die Sängerin Sarah Connor auf. Sie werde am Abend auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor dabei sein, eine Gage verlangte sie nicht, teilten die Veranstalter mit. Der Berliner CSD ruft zu „queerer Sichtbarkeit mit einem klaren Bekenntnis zu Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlichem Zusammenhalt“ auf.
Weitere Demonstrationen: Links und rechts
Parallel will eine deutlich linkere Demonstration am Nachmittag in Wedding protestieren. Ab 15.00 Uhr geht es mit dem Titel „Internationalist Queer Pride“ gegen Kapitalismus und Kolonialismus. Angekündigt ist außerdem nahe dem Potsdamer Platz eine Gegendemonstration von rechtsextremen Gruppen mit dem Titel: „Wir sagen ‚Nein zum CSD‘ – Schluss mit den Gendern – Es gibt nur zwei Geschlechter ‚Mann und Frau‘“.
Der CSD erinnert an den Aufstand vor allem von Schwulen gegen Polizeigewalt in der Christopher Street in New York City im Jahr 1969. In Deutschland und ganz Europa finden an verschiedenen Terminen zahlreiche Veranstaltungen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und queeren Community statt.



