Jürgen Dollase hört als Restaurantkritiker auf: „Ich bin ein Ausbund an Geduld“
Dollase hört auf: „Ich bin ein Ausbund an Geduld“

Jürgen Dollase, der als bedeutendster deutscher Restaurantkritiker gilt, hat seinen Rückzug aus dem Beruf angekündigt. Im Interview mit dem SPIEGEL erklärte der 76-Jährige, dass ihn die zunehmende Oberflächlichkeit in der Gastronomiekritik und die Dominanz von Foodbloggern zur Aufgabe bewegt hätten. „Ich bin eigentlich ein Ausbund an Geduld“, sagte Dollase, „aber irgendwann reicht es.“

Kritik an der Entwicklung der Gastronomieszene

Dollase, der jahrzehntelang für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und später für den SPIEGEL schrieb, sieht die Restaurantkritik in einer Krise. „Vegetarismus und Veganismus sind etwas Weltanschauliches“, betonte er. Diese Ernährungsweisen würden oft ideologisch überhöht, anstatt kulinarisch bewertet zu werden. Er kritisierte, dass viele Foodblogger und Influencer ohne fundierte Kenntnisse über Kochtechniken und Produktqualität urteilten.

Der gebürtige Kölner, der 1949 zur Welt kam, begann seine Karriere als Chemiker, bevor er zur Gastronomiekritik fand. Seine präzisen, oft strengen Bewertungen machten ihn zur Institution. „Ein guter Kritiker braucht Erfahrung und einen klaren Maßstab“, so Dollase. „Den sehe ich heute selten.“

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Reaktionen auf den Rückzug

In der Branche löst Dollases Entscheidung große Aufmerksamkeit aus. Viele Köche und Gastronomen äußerten Respekt für seine Arbeit. „Er hat Maßstäbe gesetzt, an denen sich alle messen lassen mussten“, sagte ein Sprecher des Gastronomieverbands. Dollase selbst zeigte sich erleichtert: „Ich freue mich auf mehr Zeit für mich und weniger Stress.“

Der Kritiker plant, sich künftig auf das Schreiben von Büchern zu konzentrieren. Sein Abschied markiert das Ende einer Ära in der deutschen Restaurantkritik.

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