Drei-Millionen-Streit um Atelierhaus in Berlin-Pankow eskaliert
Drei-Millionen-Streit um Atelierhaus in Pankow

Der Verkauf des Atelierhauses an der Prenzlauer Promenade in Berlin-Pankow stockt. Zwischen der landeseigenen Immobiliengesellschaft Berlinovo und der in Gründung befindlichen Genossenschaft der Künstler herrscht Uneinigkeit über den Kaufpreis. Die Differenz der Verkehrswerte aus zwei Gutachten beträgt rund drei Millionen Euro. Zudem hat das Kulturressort zugesagte Fördermittel für die Sanierung gestrichen. Am Freitag demonstrierten Künstler und Unterstützer vor dem Gebäude, darunter der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach und mehrere Abgeordnete.

Preisvorstellungen liegen weit auseinander

Nach Informationen der Morgenpost haben zwei unabhängige Gutachten stark voneinander abweichende Verkehrswerte für das zu DDR-Zeiten als Hotel errichtete Gebäude ergeben. Die Spanne beträgt rund drei Millionen Euro. Die Finanzierung des Kaufes zu dem von der Berlinovo geforderten Preis sei für die Genossenschaft nicht darstellbar, selbst mit Hilfe etablierter Genossenschaften. Die exklusiven Rechte der Genossenschaft an dem Objekt laufen Ende des Jahres aus. Danach könnte die Berlinovo das Gebäude auch anderweitig veräußern, allerdings mit der Auflage, dass dort für 25 Jahre eine Kulturnutzung bestehen bleiben muss. Die Berlinovo äußerte sich nicht zu laufenden Gesprächen und möglichen Transaktionskonditionen.

Konflikt mit Generalmieterin GSE eskaliert

In den Kaufverträgen ist eine Kaltmiete von drei Euro pro Quadratmeter plus jährlicher Inflationsrate festgeschrieben. Tatsächlich zahlen die Künstler laut eigenen Angaben wegen hoher Nebenkosten jedoch fast elf Euro warm an die gemeinnützige Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE), die das Haus managt. Die GSE begründet die hohen Nebenkosten mit dem Wegfall zugesagter Fördermittel für die Sanierung des heruntergekommenen Hauses. Ein Teil des Gebäudes steht entkernt, weitere Flächen sind nicht vermietbar. Die Genossen beklagen intransparente Nebenkostenabrechnungen, was die GSE zurückweist. Ein Rechtsgutachten im Auftrag der Genossen hält die von der GSE unter Nebenkosten aufgeführten zwei Euro pro Quadratmeter und Monat für Bewirtschaftung für rechtswidrig.

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Der Konflikt zwischen Künstler-Genossenschaftlern und GSE ist zuletzt eskaliert. Die Generalmieterin kündigte Mietverträge von aktiven Genossen zum Jahresende. Zur Begründung hieß es, das Mietverhältnis sei zerrüttet. GSE-Prokuristin Frauke Witzler erklärte, man stehe der Genossenschaftsidee grundsätzlich neutral gegenüber. Allerdings würde die GSE bei einem Einstieg der Genossenschaft ihren bis 2042 geltenden Generalmietvertrag verlieren. Koalitionspolitiker halten eine Lösung im Sinne der Genossenschaft aufgrund der großen politischen Unterstützung weiterhin für möglich.

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