Neue Studie: So viele Deutsche fühlen sich einsam wie nie
Einsamkeit in Deutschland erreicht Höchststand

Eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) belegt, dass die Einsamkeit in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht hat. Demnach fühlen sich 42 Prozent der Bundesbürger häufig oder sehr häufig einsam – das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2005.

Junge Erwachsene besonders betroffen

Besonders alarmierend ist der Befund bei den 18- bis 29-Jährigen: Hier gibt mehr als die Hälfte (53 Prozent) an, sich oft einsam zu fühlen. Zum Vergleich: Bei den über 65-Jährigen sind es nur 28 Prozent. „Die Einsamkeit hat sich in den letzten Jahren von einer Alterserscheinung zu einem Phänomen entwickelt, das alle Generationen betrifft“, sagt Dr. Susanne Bücker, Leiterin der Studie.

Die Forscher führen den Anstieg unter anderem auf die zunehmende Digitalisierung und den Rückgang traditioneller sozialer Netzwerke zurück. „Viele junge Menschen verbringen Stunden in sozialen Medien, aber die Qualität der Beziehungen leidet darunter“, erklärt Bücker.

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Auswirkungen auf Gesundheit und Gesellschaft

Einsamkeit hat nicht nur psychische, sondern auch physische Folgen. Laut der Studie haben einsame Menschen ein um 26 Prozent höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein um 30 Prozent höheres Risiko für Depressionen. Zudem fühlen sie sich häufiger gestresst und unzufrieden mit ihrem Leben.

Die wirtschaftlichen Kosten sind ebenfalls enorm: „Einsamkeit verursacht jährlich Milliardenkosten im Gesundheitswesen und durch Produktivitätsverluste“, so Bücker. Die Politik sei gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, wie etwa den Ausbau von Begegnungsstätten und psychosozialen Angeboten.

Was kann jeder Einzelne tun?

Die Studie gibt auch Handlungsempfehlungen für Betroffene. Dazu gehören der Aufbau von regelmäßigen sozialen Kontakten, die Teilnahme an Gruppenaktivitäten und die bewusste Reduzierung von Bildschirmzeit. „Schon kleine Schritte wie ein wöchentlicher Spaziergang mit Freunden können helfen“, rät Bücker.

Die vollständige Studie ist auf der Website des DZA abrufbar und soll als Grundlage für politische Entscheidungen dienen.

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