Frida Hornemann: Ostdeutsche Identität und die Gefühle der Eltern
Frida Hornemann über Ostdeutschland und die letzte Ost-Generation

Die 19-jährige Schauspielerin Frida Hornemann aus Leipzig spricht im Interview über ihre Rolle im Film „Etwas ganz Besonderes“ und über die Identität junger Ostdeutscher. Sie reflektiert über die Schwierigkeit, sich als ostdeutsch zu fühlen, und über die politischen Tendenzen im Osten Deutschlands.

Ostdeutsche Identität und Trotzigkeit

Auf die Frage, ob sie sich als Ostdeutsche fühle, antwortet Hornemann: „Eine sehr schwierige Frage. Ich bin in Leipzig geboren und aufgewachsen, das ist schon ein besonderer Fleck in Sachsen und im Osten. Aber meine Eltern sind beide aus Westdeutschland hierhergekommen. Ich weiß gar nicht, ob ich das Recht habe, über den Osten zu reden, weil ich hier relativ behütet in einer boomenden Studentenstadt groß geworden bin und nicht in einem verlassenen Dorf.“ Sie betont, dass viel Projektion auf dem Ostdeutschsein liege und es weder verteufelt noch idealisiert werden solle.

Als typisch ostdeutsch an sich bezeichnet Hornemann eine „gewisse Trotzigkeit“. Sie möchte nicht akzeptieren, dass der Osten nur als AfD-Land abgestempelt werde. „Es ist schon sehr herablassend zu sagen, dass wir im Osten ja ein Problem hätten, aber dann nichts weiter getan wird, um das zu ändern. Viele entlasten sich selbst nur damit“, kritisiert die Schauspielerin.

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AfD-Wahl junger Ostdeutscher

Hornemann erklärt sich die hohe Zustimmung zur AfD unter jungen Menschen im Osten mit den Erfahrungen der Elterngeneration. „Das hat sicher mit den Eltern zu tun, die viel durchmachen mussten nach der Einheit. Ich finde es voll krass, dass Leute in meinem Alter, die die DDR nicht erlebt haben, trotzdem noch diese ganzen Gefühle ihrer Eltern oder Großeltern fühlen.“ Sie sieht darin einen anhaltenden Klärungsbedarf bezüglich wirtschaftlicher Nachteile des Ostens, besonders auf dem Land. „Die Busse fahren nicht mehr, und wir haben im Osten einfach viel Land. Hinzu kommt ein aus der DDR vererbtes Misstrauen gegen sämtliche Institutionen und eine krasse Polarisierung bei ostdeutschen Jugendlichen.“

Film „Etwas ganz Besonderes“

In ihrem neuen Film spielt Hornemann eine junge Frau, die vom Land in die Showwelt aufbricht. Der Film thematisiert den Spagat zwischen Herkunft und Träumen. Hornemann sieht Parallelen zu ihrer eigenen Erfahrung als Schauspielerin aus Leipzig, die nun in Berlin Fuß fasst. Sie hofft, dass der Film dazu beiträgt, Vorurteile über den Osten abzubauen und die Vielfalt der Lebensrealitäten zu zeigen.

Abschließend äußert sich Hornemann auch zur Rolle von KI im Kino. Sie zeigt sich skeptisch gegenüber dem Einsatz künstlicher Intelligenz in der Filmbranche, da dies die Authentizität schauspielerischer Leistungen gefährden könne. „Gerade bei emotionalen Szenen ist die menschliche Erfahrung unersetzlich“, so die junge Schauspielerin.

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