Alarmierende Studie: Gewalt an Berliner Schulen nimmt drastisch zu
Gewalt an Berliner Schulen: Studie zeigt drastischen Anstieg

Eine neue Studie zur Gewalt an Berliner Schulen hat alarmierende Ergebnisse zutage gefördert. Die Zahl der gemeldeten Gewaltvorfälle ist im vergangenen Jahr um 25 Prozent gestiegen, wie die Untersuchung des Berliner Senats zeigt. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme von schweren Körperverletzungen und Mobbingfällen.

Detailanalyse der Gewaltvorfälle

Die Studie, die am Donnerstag von Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch vorgestellt wurde, basiert auf Daten aller Berliner Schulen. Demnach wurden im Schuljahr 2023/2024 insgesamt 3.200 Gewaltvorfälle registriert, gegenüber 2.560 im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von 25 Prozent. Besonders stark betroffen sind Brennpunktschulen in sozial benachteiligten Bezirken.

„Die Zahlen sind ein Weckruf. Wir müssen dringend handeln, um die Sicherheit an unseren Schulen zu gewährleisten“, sagte Günther-Wünsch bei der Vorstellung der Studie. Sie kündigte ein Maßnahmenpaket an, das unter anderem mehr Sozialarbeiter und Konfliktlotsen an den Schulen vorsieht.

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Ursachen und Folgen

Als Hauptursachen für den Anstieg nennt die Studie die zunehmende soziale Ungleichheit, die Folgen der Corona-Pandemie und die vermehrte Nutzung sozialer Medien, die zu Konflikten führt. Die Gewalt habe nicht nur physische, sondern auch psychische Auswirkungen auf die betroffenen Schüler und Lehrer. Viele Lehrkräfte fühlten sich überfordert und forderten mehr Unterstützung.

Die Studie empfiehlt unter anderem eine verstärkte Präventionsarbeit, die Einrichtung von Anti-Gewalt-Trainings und eine bessere Vernetzung von Schulen mit Jugendhilfe und Polizei. Senatorin Günther-Wünsch betonte, dass die Bekämpfung der Gewalt an Schulen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei.

Reaktionen und Ausblick

Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus kritisierte die Bildungsverwaltung für die ihrer Ansicht nach zu späte Reaktion. Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Michael Dietz, forderte ein Sofortprogramm. „Die Studie zeigt, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen. Wir brauchen jetzt konkrete Schritte, keine Ankündigungen“, so Dietz.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin sprach sich für mehr Personal und kleinere Klassen aus. „Lehrer können nicht gleichzeitig unterrichten und Konflikte schlichten. Wir brauchen multiprofessionelle Teams an den Schulen“, sagte GEW-Landeschef Tom Erdmann.

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