„Wir hatten einfach nur Pech“: Türkischstämmige Berliner zum WM-Aus
„Wir hatten einfach nur Pech“: Türkischstämmige Berliner zum WM-Aus

„Wir hatten einfach nur Pech“: Türkischstämmige Berliner blicken auf das WM-Aus

Die Nacht war kurz, der Frust sitzt tief – bei manchen zumindest. Auf dem Crellemarkt in Berlin-Schöneberg zeigt sich, wie unterschiedlich türkischstämmige Berliner auf das frühe WM-Aus der türkischen Nationalmannschaft blicken.

An diesem Morgen wird auf dem Crellemarkt eingekauft wie immer. Zwischen Kisten voller Aprikosen, Tomaten und Gurken bleiben Menschen an den Ständen stehen, fragen nach dem Kilopreis, packen Kräuter und frisch gebackenes Brot in ihre Taschen. Der Markt ist bei vielen Schönebergern beliebt – auch, weil sich hier oft noch ein Schnäppchen machen lässt. Neben Obst und Gemüse werden Oliven, eingelegte Spezialitäten und würzige Aufstriche verkauft. Viele der Händler und Händlerinnen haben türkische Wurzeln.

Die Stimmung ist gemischt. Ein älterer Händler schüttelt den Kopf: „Wir hatten wirklich einfach nur Pech. Die Mannschaft hat gekämpft, aber es hat nicht gereicht.“ Er bedauert das Ausscheiden, zeigt aber auch Verständnis: „Fußball ist eben nicht immer fair.“ Eine junge Frau, die an einem Obststand arbeitet, sieht es pragmatischer: „Ehrlich gesagt habe ich nicht mit einem Weiterkommen gerechnet. Die Mannschaft war nicht gut genug.“ Sie zuckt mit den Schultern und bedient den nächsten Kunden.

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Andere sind emotionaler. Ein Mann Mitte 30, der Oliven verkauft, sagt: „Ich bin richtig traurig. Das war unsere Chance, und wir haben sie verpasst.“ Er habe bis spät in die Nacht mit Freunden geschaut und gehofft. Doch die Enttäuschung sei groß. „Vielleicht beim nächsten Mal“, fügt er mit einem schwachen Lächeln hinzu.

Die unterschiedlichen Reaktionen spiegeln die Vielfalt der türkischstämmigen Community in Berlin wider. Während einige das Ausscheiden als herben Rückschlag sehen, nehmen andere es gelassen. „Es ist nur Fußball“, sagt ein älterer Mann, der gerade Tomaten kauft. „Das Leben geht weiter.“

Der Crellemarkt bleibt an diesem Morgen ein Ort des Alltags. Die Händler arbeiten weiter, die Kunden kaufen ein. Das WM-Aus ist ein Thema, aber nicht das einzige. Viele sind schon mit den Gedanken beim nächsten Spiel – egal ob für die Türkei oder eine andere Mannschaft.

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