Die anhaltende Hitzewelle in Deutschland hat seit Freitag zu mindestens 13 tödlichen Badeunfällen geführt. Die Opfer sind überwiegend Männer, aber auch ein Jugendlicher und zwei Kinder kamen ums Leben. Die Temperaturen erreichten vielerorts die 40-Grad-Marke, was viele Menschen an die Badeseen lockte.
Unfälle am Samstag: Tote in Heidelberg, Mannheim und Berlin
Am Samstag ertrank ein 27-Jähriger im Neckar bei Heidelberg. Die Polizei und Rettungskräfte waren mit Tauchern im Einsatz, um den Mann zu bergen. Die anschließende Reanimation blieb erfolglos. In einem Badesee bei Neuhofen südlich von Mannheim starb ein 30-Jähriger. Er war mit Freunden am See und ging allein ins Wasser. Als die Freunde ihn aus den Augen verloren, alarmierten sie die Rettungskräfte.
In Berlin kamen zwei Männer in verschiedenen Gewässern ums Leben. Eine Gruppe in einem Schlauchboot entdeckte am Samstagmittag gegen 13.00 Uhr eine leblose Person im Jungfernheideteich in Charlottenburg. Die Menschen im Schlauchboot holten den 42-jährigen Mann aus dem Wasser und begannen mit Reanimationsmaßnahmen. Der alarmierte Rettungsdienst führte diese fort, stellte aber noch vor Ort den Tod des Mannes fest. Der zweite Berliner Vorfall ereignete sich am Tempelhofer Hafen. Dort wurde ein 51-Jähriger leblos im Wasser treibend entdeckt. Feuerwehrleute holten den Mann aus dem Wasser, konnten dann aber nur noch den Tod feststellen.
Kinder und Jugendliche unter den Opfern
Im Herner Meer am Rhein-Herne-Kanal in Nordrhein-Westfalen starb ein sechsjähriges Kind. In Hessen wurde südwestlich von Frankfurt ein 40-Jähriger tot aus dem Waldsee Raunheim geborgen. Bereits am Freitag war im Seepark Lünen bei Dortmund ein 45 Jahre alter Mann von Besuchern aus dem Wasser gezogen worden. Der Mann starb laut Polizeiangaben später im Krankenhaus.
Ein acht Jahre alter Junge wurde nach zweistündiger Suche tot aus einem Badesee in Isernhagen bei Hannover geborgen. Das Kind habe sich ersten Hinweisen zufolge im Wasser aufgehalten und sei dann nicht mehr zu sehen gewesen, teilte die Polizei mit. Drei Tage dauerte die Suche nach einem 14-Jährigen in einem See bei Düren in NRW. Er war nach bisherigen Erkenntnissen am Freitag mit Freunden in einem Schlauchboot auf dem See unterwegs und aus bislang ungeklärter Ursache ins Wasser gefallen. Taucher bargen ihn am Sonntagvormittag, ein Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen.
Bodensee und weitere Unfälle
Ebenfalls nach stundenlanger Suche wurden die Leichen von zwei Schwimmern am Freitag im Bodensee gefunden. Die älteren Männer waren am Donnerstag vor den Augen ihrer Frauen in den See gesprungen und verschwunden. Am Samstag ertrank zudem ein 41-jähriger Mann in einem Baggersee in Düsseldorf. In Hessen kam es am Sonntagvormittag zu einem Badeunfall in einem Freibad in Kassel. Ein 76-Jähriger wurde leblos im Wasser entdeckt, Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos.
Am Nachmittag suchten Einsatzkräfte in der Ostsee nach einem vermissten Langstreckenschwimmer. Eine Drohne und diverse Boote seien an der Seebrücke Scharbeutz im Osten Schleswig-Holsteins im Einsatz gewesen, die Suche wurde jedoch ohne Erfolg abgebrochen.
Hitzewelle mit Temperaturen bis 40 Grad
Seit mehreren Tagen sorgt eine Hitzewelle in Deutschland für Temperaturen bis an und über die 40-Grad-Marke. Die Belastung ist für viele Menschen auch deshalb besonders groß, weil die Temperaturen über Tage hinweg vielerorts selbst nachts kaum Abkühlung brachten. Ein Sprung bei dieser Hitze in kaltes Wasser ist erfrischend, belastet aber auch den Kreislauf stark. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt regelmäßig vor den Gefahren des Sprungs ins kalte Wasser bei hohen Temperaturen, da der Temperaturschock zu Kreislaufproblemen und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.



