Japans WM-Fans räumen auf: Heimat fordert Ende der Doppelmoral
Japans WM-Fans räumen auf: Heimat fordert Ende der Doppelmoral

Japans Fußballfans sorgen bei der Weltmeisterschaft in Katar erneut für Aufsehen: Mit Mülltüten bewaffnet säubern sie nach jedem Spiel die Stadionränge und werden dafür weltweit gefeiert. Doch in ihrer Heimat regt sich Widerstand – vor allem von Frauen, die die Doppelmoral anprangern.

Lob für Ordnungssinn, Kritik aus der Heimat

Die Bilder der aufräumenden japanischen Fans gehen um die Welt. In sozialen Medien wird der Ordnungssinn als vorbildlich gelobt. Doch japanische Frauen zeigen sich überrascht und fordern ein Ende der Doppelmoral: „Es ist schön, dass sie im Stadion putzen, aber zu Hause machen sie das nicht“, zitiert der Tagesspiegel eine japanische Aktivistin. Viele Männer, die im Ausland als vorbildliche Aufräumer auftreten, beteiligten sich im eigenen Haushalt kaum an der Reinigung.

Hausarbeit bleibt Frauensache

In Japan lastet die Hausarbeit weiterhin überwiegend auf den Schultern der Frauen. Laut einer Studie des japanischen Gender Equality Bureau verbringen Frauen durchschnittlich 3,5 Stunden pro Tag mit unbezahlter Hausarbeit, Männer dagegen nur 41 Minuten. Die WM-Aktion der Fans werde daher von vielen als symbolische Scheinheiligkeit empfunden. „Die Männer zeigen sich öffentlich als sauber und ordentlich, aber privat lassen sie die Frauen die Arbeit machen“, so die Aktivistin.

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Tradition des Aufräumens

Die Müllsammelaktionen sind Teil einer japanischen Tradition, die auf das Konzept „Mottainai“ (Verschwendung vermeiden) zurückgeht. Bereits bei früheren Weltmeisterschaften hatten japanische Fans mit ähnlichen Aktionen Aufmerksamkeit erregt. Die Frauen in Japan fordern nun, dass dieses Engagement auch zu Hause gelebt wird – und nicht nur in der Öffentlichkeit.

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