Mehr als jede dritte Lehrkraft an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland ist 50 Jahre oder älter. Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Im Schuljahr 2024/2025 waren rund 35 Prozent der insgesamt 752.100 Lehrkräfte mindestens 50 Jahre alt. Ein Viertel davon entfiel auf die Altersgruppe 50 bis 59 Jahre, jede zehnte Lehrkraft hatte bereits das 60. Lebensjahr überschritten. „Im Vergleich dazu fällt der Anteil der jüngeren Lehrkräfte geringer aus“, so die Statistiker. Nur rund 20 Prozent der Lehrkräfte waren jünger als 35 Jahre.
Altersschnitt leicht gesunken
Obwohl der Altersdurchschnitt weiterhin hoch ist, zeigt sich im Zehnjahresvergleich ein leichter Rückgang. Im Schuljahr 2014/2015 waren noch gut 42 Prozent der Lehrkräfte über 50 Jahre alt, 14 Prozent davon sogar über 60. Der Anteil der 30- bis 40-Jährigen ist seitdem um rund drei Prozentpunkte auf 27,7 Prozent gestiegen, während die Gruppe der unter 30-Jährigen mit etwa sieben Prozent nahezu stabil blieb.
Ostdeutsche Bundesländer mit mehr älteren Lehrkräften
Die regionalen Unterschiede sind weiterhin ausgeprägt. In den ostdeutschen Bundesländern ist der Anteil älterer Lehrkräfte deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Spitzenreiter ist Sachsen-Anhalt, wo gut die Hälfte der Lehrkräfte 50 Jahre oder älter war. In Mecklenburg-Vorpommern lag der Anteil bei 46,8 Prozent. Die niedrigsten Werte verzeichneten das Saarland mit 28,6 Prozent und Bremen mit 30 Prozent.
Teilzeitquote erreicht neuen Höchststand
Die Teilzeitquote der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen stieg erneut an und erreichte einen neuen Höchststand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2009. Im Schuljahr 2024/2025 unterrichteten 43,9 Prozent der Lehrkräfte in Teilzeit, im Vorjahr waren es 43,1 Prozent. Besonders Frauen reduzieren häufig ihre Arbeitszeit: Die Teilzeitquote bei Lehrerinnen lag bei 51 Prozent, mehr als doppelt so hoch wie bei Lehrern mit 23 Prozent. Im Vergleich zu anderen Berufen ist die Teilzeitquote bei Lehrkräften überdurchschnittlich hoch; über alle Wirtschaftsbereiche hinweg arbeiteten nur 31 Prozent der abhängig Beschäftigten in Teilzeit.
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Auch bei der Teilzeit gibt es deutliche regionale Unterschiede. In Hamburg unterrichteten 55 Prozent der Lehrkräfte in Teilzeit, in Bremen waren es 52 Prozent. In Thüringen und Sachsen-Anhalt lag der Anteil dagegen nur bei 23 bzw. 24 Prozent.
Frauenanteil und Quereinsteiger
Der Frauenanteil an allgemeinbildenden Schulen blieb mit rund 73 Prozent weiterhin überdurchschnittlich hoch. Zum Vergleich: Bei allen abhängig Beschäftigten lag der Anteil 2024 bei nur rund 48 Prozent. Aufgrund des Lehrkräftemangels steigt zudem der Anteil der Quer- und Seiteneinsteiger, also Lehrkräfte ohne anerkannte Lehramtsprüfung. Im Schuljahr 2024/2025 lag ihr Anteil bei elf Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber vier Prozent im Schuljahr 2014/2015.



