Drogenszene im Kleinen Tiergarten verdoppelt: 60 Suchtkranke
Kleiner Tiergarten: 30 zu 60 Suchtkranke in sechs Monaten

Die Drogenszene im Kleinen Tiergarten in Berlin-Moabit wächst dramatisch. Nach Angaben des Grünen-Abgeordneten Taylan Kurt hat sich die Zahl der Suchtkranken in dem Park innerhalb von nur sechs Monaten verdoppelt. „Vor sechs Monaten waren hier 30 Suchtkranke, jetzt sind es 60“, sagte Kurt der Berliner Morgenpost. Der Politiker, der selbst in Moabit aufgewachsen ist und den Wahlkreis im Abgeordnetenhaus vertritt, schlägt Alarm: Der Kleine Tiergarten drohe zu einem neuen Brennpunkt der Berliner Drogenszene zu werden.

Verdopplung der Suchtkranken in Moabit

Die Zunahme um 100 Prozent sei nicht nur bei den Drogenabhängigen zu beobachten. Auch die Zahl der Obdachlosen in dem Gebiet sei deutlich gestiegen, so Kurt. „Mehr Abhängige, mehr Obdachlose – die Situation eskaliert“, warnte der Abgeordnete. Der Kleine Tiergarten, eine Grünanlage im Zentrum Moabits, ist bereits seit Jahren ein Treffpunkt für Drogenkonsumenten und Obdachlose. Doch die jüngste Entwicklung verschärfe die Lage massiv. Anwohner und Gewerbetreibende beklagen zunehmende Vermüllung, Lärm und ein Gefühl der Unsicherheit.

Warnung vor Ausweitung der Drogenszene

Kurt befürchtet, dass sich die Drogenszene ohne Gegenmaßnahmen weiter ausbreiten wird. „Der Kleine Tiergarten liegt verkehrsgünstig und ist schwer zu kontrollieren“, erklärte er. Der Park sei nur ein Teil eines größeren Problems in Berlin, wo die Zahl der Drogenabhängigen insgesamt steige. Der Politiker fordert daher ein umfassendes Konzept von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. „Wir brauchen mehr Sozialarbeiter vor Ort, niedrigschwellige Beratungsangebote und eine bessere Zusammenarbeit mit der Polizei, um die Situation in den Griff zu bekommen“, sagte Kurt.

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Forderungen an den Senat

Konkret verlangt der Grünen-Abgeordnete eine Aufstockung der Mittel für die Drogenhilfe in Moabit. „Es reicht nicht, nur die Symptome zu bekämpfen. Wir müssen die Ursachen angehen – Wohnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankungen“, betonte er. Zudem solle der Senat prüfen, ob der Kleine Tiergarten durch bauliche Maßnahmen wie eine bessere Beleuchtung und mehr Sitzgelegenheiten sicherer gestaltet werden könne. Auch die Polizei müsse ihre Präsenz in dem Gebiet erhöhen, um offenen Drogenhandel zu unterbinden.

Die Bezirksverwaltung Mitte, zu dem Moabit gehört, hat die Problematik inzwischen erkannt. Ein Sprecher des Bezirksbürgermeisters kündigte an, dass die Grünflächenpflege intensiviert und regelmäßige Reinigungen durchgeführt werden. Allerdings fehle es an Personal und Geld, um langfristige Lösungen umzusetzen. Die Berliner Senatsverwaltung für Soziales verwies auf bestehende Hilfsangebote wie Drogenkonsumräume und Streetwork, räumte aber ein, dass die Nachfrage steige.

Die Entwicklung im Kleinen Tiergarten ist kein Einzelfall. Ähnliche Probleme gibt es an anderen Orten in Berlin, etwa am Kottbusser Tor oder im Görlitzer Park. Die rot-grün-rote Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Drogenszene zu entkriminalisieren und die Gesundheitshilfe auszubauen. Doch die Umsetzung stockt, wie die aktuellen Zahlen aus Moabit zeigen.

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