Konflikte im Job: „Mit Kollegen über Gefühle reden – das hat viel Überwindung gekostet!“
Druck und Ärger bei der Arbeit löst man auf der Sachebene, dachte Marius Kosmann lange Zeit. Bis seine Firma in einer Krise einen Coach beauftragte, der lieber über Emotionen sprechen wollte. Der 34-jährige Projektmanager aus München berichtet, wie er lernte, seine Gefühle im Berufsalltag zu zeigen.
Die Krise als Wendepunkt
In seinem Team herrschte seit Monaten eine angespannte Stimmung. Deadlines wurden nicht eingehalten, die Kommunikation war von Vorwürfen geprägt. „Ich dachte, wir müssen einfach härter arbeiten und uns zusammenreißen“, erinnert sich Kosmann. Die Geschäftsführung entschied sich jedoch für ein externes Coaching. Der Coach schlug vor, zunächst über die emotionalen Belastungen zu sprechen – ein Ansatz, den Kosmann zunächst skeptisch sah.
Die erste Hürde
„Mit Kollegen über Gefühle reden – das hat viel Überwindung gekostet“, gibt er zu. In einer der ersten Sitzungen sollte jeder Teilnehmer sagen, wie er sich fühlt. „Ich habe mich gezwungen, etwas Persönliches zu teilen. Es war unangenehm, aber ich merkte, dass andere ähnliche Ängste hatten.“
Erfolge durch emotionale Offenheit
Nach mehreren Sitzungen verbesserte sich die Zusammenarbeit spürbar. „Wir konnten Konflikte schneller lösen, weil wir die Hintergründe verstanden“, sagt Kosmann. Die Produktivität stieg, und das Team arbeitete wieder harmonischer. „Heute bin ich froh, dass ich mich auf diesen Prozess eingelassen habe. Es hat nicht nur meinen Job, sondern auch meine Einstellung zur Arbeit verändert.“
Fazit
Der Fall zeigt, dass emotionale Kommunikation am Arbeitsplatz oft unterschätzt wird. Statt Konflikte nur rational zu betrachten, kann das Einbeziehen von Gefühlen zu nachhaltigen Lösungen führen. Marius Kosmann rät: „Trauen Sie sich, über Ihre Emotionen zu sprechen. Es ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.“



