Ku'damm als Blech-Boulevard: Leserin kritisiert Autolärm und hofft auf Wandel
Ku'damm: Leserin kritisiert Autolärm und hofft auf Wandel

Der Kurfürstendamm in Berlin, einst eine der berühmtesten Flaniermeilen Europas, ist nach Ansicht einer Leserin des Tagesspiegels zu einer reinen „Stellplatzanlage“ verkommen. Franziska Eichstädt-Bohlig aus Berlin-Charlottenburg beschreibt den 3,5 Kilometer langen Boulevard als von Autolärm und motorisiertem Durchgangsverkehr geplagt. Zum Flanieren, Schaufensterbummeln oder Einkaufen eigne sich die Straße nicht mehr.

Hauptattraktion: Durchgangsverkehr und Stellplatzsuche

„Durchgangsverkehr, Stellplatzsuchverkehr, Busse, Radfahrer, gewerblicher Ladeverkehr und Baustellen sind die Hauptattraktion dieses ‚Boulevards‘“, so Eichstädt-Bohlig. Fußgänger, die den Ku’damm queren wollen, würden bereits auf der Mittelinsel vom Rotlicht aufgehalten – als Reverenz an den verlärmten Auto-Boulevard. Die hinter den parkenden Autos versteckten Schaufenster strahlten „entsprechende Leere und Kälte aus“. Bezahlbare Gastronomie sei erst ab dem Adenauerplatz zu finden, da die Mieten dort akzeptabler seien.

Hoffnung auf grüne Zukunft mit Elektroautos

Trotz der Kritik blickt die Leserin optimistisch in die Zukunft. „Aber vielleicht kommt ja der Tag, wo auf der Straßenmitte wieder prächtiges Grün sprießt und statt getunter Benzinmotoren nur noch Elektroautos leise über den Asphalt gleiten, so dass die Bürger*innen und Gäste unserer Stadt wieder mit Vergnügen auf dem Ku’damm flanieren, sitzen und sogar einkaufen wollen“, schreibt sie. Der Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung und Begrünung des Boulevards ist nicht neu, doch konkrete Pläne der Stadt Berlin stehen bislang aus.

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Hintergrund: Vom Glanz zum Blech-Boulevard

Der Kurfürstendamm war im späten 19. und 20. Jahrhundert ein Symbol für Luxus und Lebensfreude. Heute dominieren Autos das Bild. Laut aktuellen Verkehrsdaten passieren täglich Zehntausende Fahrzeuge den Boulevard, was zu Lärmbelästigung und Luftverschmutzung führt. Die Diskussion um eine Neugestaltung des Ku’damms wird seit Jahren geführt, jedoch ohne konkrete Ergebnisse. Die Leserin hofft, dass die Politik endlich handelt und den Ku’damm wieder zu einem Ort der Begegnung macht.

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