LESERBRIEFE: BER, Galeria und Arbeitszeit – Ihre Meinungen
Leserbriefe: BER, Galeria und Arbeitszeit

Finanzielle Sorgen des BER: Leser kritisieren hausgemachte Probleme

In Leserbriefen an die Berliner Morgenpost äußern sich Bürger kritisch zur Lage des Flughafens BER. Bernhard Bergmann schreibt per Mail: „Die finanziellen Sorgen des BER sind hausgemacht. Wer einen Hauptstadtflughafen in dieser Größenordnung plant und baut, muss ihn auch mit Leben füllen.“ Er kritisiert überhöhte Landegebühren und vor allem das Nachtflugverbot, das attraktive internationale Verbindungen unmöglich mache. Zudem würden große Fluglinien abgewiesen, um die Lufthansa zu schützen, die sich jedoch freiwillig gegen den Standort Berlin entschieden habe. Bergmann empfiehlt einen Blick nach Frankfurt und München: „Die wissen, wie’s geht.“

Dietmar Astfalk sieht die Ursachen ebenfalls in der Planung: „Der BER wurde wider besseren Wissens an der falschen Stelle, viel zu teuer und durch Unmengen von Mängeln wegen fehlender, professioneller Baubetreuung in den märkischen Sand gesetzt.“ Er nennt das Nachtflugverbot, den Lärmschutz und die fehlende Bereitschaft der Lufthansa, ein Drehkreuz zu installieren, als Gründe für den fehlenden profitablen Betrieb.

Galeria: Leser fordern neues Konzept statt Rabattschlachten

Zum Artikel „Ist Galeria noch zu retten?“ vom 19. Juni 2026 schreibt Huberus von Goertzke: „Der Fisch stinkt immer vom Kopf her. Das trifft vornehmlich auf das Management der Kaufhof-Gruppe Galeria zu.“ Er kritisiert, dass das Management nur auf Rabatte setze, statt den Kernvorteil eines Kaufhauses zu betonen: das Live-Erlebnis. „Keine Events, keine Modenschauen, keine Kochberatung, keine Schminkkurse für Kinder, keine Weinproben. Die Menschen wissen oft gar nicht mehr, wie viele tolle Abteilungen und Angebote es gibt. Das muss erlebbar werden.“

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Peter C. Wandt hingegen sieht keine Zukunft mehr für Kaufhäuser: „Für mich haben Kaufhäuser ihre Daseinsberechtigung verloren.“ Er beschreibt, wie er früher in die Innenstadt fuhr, um Preise zu vergleichen, heute aber im Internet bestelle, weil die Versandkosten günstiger seien als Zeit, Parkgebühren und Sprit. Zudem fühle er sich in der Innenstadt unerwünscht: „Also bleibe ich hier im Norden von Berlin in meinem Kiez, alle Supermärkte und Discounter haben kostenlose Parkplätze. Und was ich hier nicht bekomme, wird bestellt. Da haben eben Kaufhäuser im Zentrum keine Chance mehr.“

Ende des Acht-Stunden-Tags: Leser zweifeln an Notwendigkeit

Zur Debatte um den Acht-Stunden-Tag schreibt Rasmus Helt: „Die Skepsis von Bärbel Bas gegenüber einer kompletten Abschaffung des Acht-Stunden-Tags hat ihre Berechtigung.“ Er weist darauf hin, dass bereits bestehende Regelungen wie Gleitzeit ein hohes Maß an Flexibilität zuließen. Länder wie Dänemark hätten ähnliche Arbeitszeiten wie Deutschland, aber eine bessere Wirtschaftsentwicklung. Die Gründe für die Stagnation lägen daher eher in verkrusteten Unternehmenskulturen und starren Hierarchien, die im KI-Zeitalter hinderlich seien.

Robin Krusche kritisiert die Arbeitsministerin scharf: „Arbeitsministerin Bas hat schon auf der DGB-Versammlung klargemacht, dass sie eigentlich keine Änderung beim Arbeitszeitgesetz möchte, obwohl im Koalitionsvertrag anders vereinbart. Also blockiert und sabotiert sie. So wird es auch bei den Reformen der Sozialversicherungen kommen. Die SPD wird niemals lernen, dass Geld erwirtschaftet werden muss und nicht auf Bäumen wächst.“

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