Handyverbot für Kinder bis 18 Jahre gefordert
In einer Zuschrift an die Berliner Morgenpost kritisiert Katrin Tiltscher die Empfehlungen von Experten zum Jugendschutz online, die unter anderem KI-Seepferdchen und den Umgang mit Social Media für 13-Jährige befürworten. Sie fragt: „Was sind das für Experten, die meinen, ein 13 Jahre altes Kind kann mit Social Media und KI sinnvoll umgehen?“ Tiltscher plädiert für ein generelles Handyverbot für Kinder bis 18 Jahre. Sie beobachtet, dass Jugendliche in Gruppen häufig auf ihre Smartphones starren, anstatt sich zu unterhalten, auszutauschen oder kreativ zu betätigen. „Die Handschrift/das Schreiben ist ein großes Gut unserer Evolution. Diese scheint mir aber immer mehr in die Bedeutungslosigkeit zu geraten“, so Tiltscher. Sie fordert, nicht über Strafmaßnahmen nachzudenken, sondern „das Übel zu packen“. Ein Verbot würde ihrer Ansicht nach auch verhindern, dass KI-gesteuerte Fotos entstehen.
Kurioser Streit um Straßenumbenennung in Treptow-Köpenick
Dietmar Astfalk äußert sich erstaunt über die Energie, mit der in Treptow-Köpenick verschiedene Parteien wegen der Umbenennung einer Straße aneinandergeraten, an der hauptsächlich Wiesen oder gar keine Bebauung vorhanden ist. „Ach, das ist doch wirklich mal erfrischend zu sehen, mit welcher Energie in Treptow-Köpenick die verschiedenen Parteien wegen der Umbenennung einer Straße, an der hauptsächlich Wiesen oder gar keine Bebauung vorhanden ist, aufeinandertreffen“, schreibt Astfalk. Er bemerkt sarkastisch, dass es dort offenbar keine anderen Probleme gebe – wie genügend Kitaplätze, durchsanierte Schulen oder Feuerwehrwachen, die in anderen Bezirken problematisch seien. Sein Fazit: „Also ab nach Treptow-Köpenick.“
Ehrenamtliche Rikscha-Fähre gestoppt: Bürger empört
Sabine Herz kritisiert das Bezirksamt Reinickendorf scharf für das Stoppen einer ehrenamtlichen Rikscha-Fähre im Tegeler Fließ. Seit Jahren sei der Missstand auf dem beliebten Wanderweg bekannt, doch das Bezirksamt habe nicht für Abhilfe gesorgt. Ein engagierter Bürger habe daraufhin auf eigene Kosten eine Rikscha erworben und eine kostenlose Überfahrt ermöglicht. Das Grünflächenamt untersagte den Betrieb mit der Begründung, das 380-Kilogramm-Gefährt sei zu schwer (inklusive Fahrer und Passagier) und der Wendekreis zu groß. Der Bürger besorgte daraufhin eine leichtere Rikscha mit geringerem Wendekreis, verursachte keinerlei Schäden – dennoch drohte das Bezirksamt nun mit Strafe. „Unglaublich! Vielen Dank, Herr Schneider, die Bürger stehen auf Ihrer Seite. Das wäre unter unserer damaligen Bezirksbürgermeisterin Marlis Wanjura nicht passiert, dafür wäre eine Belobigung für sein Engagement erfolgt! Aber im September sind ja Wahlen in Berlin. Die Bürger wissen, was zu tun ist“, so Herz.
ICC-Hochhauspläne: Lob und Kritik aus der Leserschaft
Thomas Hansen begrüßt die geplanten Hochhäuser am ICC, die das Kongresszentrum umrahmen sollen. Er lobt die SPD-Politikerin Franziska Giffey für ihr Engagement: „Na endlich wird der charmante, noch immer glänzende, Stahlkoloss in Angriff jenommen. Wenn nich bald, wann dann, is hier doch de berechtigte Fraje. Een Hoch der SPD Grand-Lady Franziska, die sich hier vehement einsetzt.“ Hansen wundert sich jedoch über die lange Vorplanungszeit von zwei Jahren: „In den zwei Jahren Planung werden in China janze hochkarätige Brücken jeplant und och noch fertichjestellt.“ Er findet die Pläne passabel, bemängelt aber, dass für das „Normalo-Volk“ wenig geboten sei – ein Trödelmarkt ähnlich dem ehemaligen Kudamm-Karree wäre wünschenswert. Auch die Kulturangebote mit der Philharmonie seien für Otto Normalverbraucher unerschwinglich. Zudem kritisiert er mangelnde Ausstellungsflächen für künftige Messen: „Dass Hamburg Berlin langsam aber sicher beim Messejeschäft am langen Arm vahungern lässt, is ja keen Jeheimnis.“ Insgesamt sieht er positive Impulse für die Bauwirtschaft, fragt aber: „Aber hatten wa det nich schon mal?“
E. Herrmann hingegen übt scharfe Kritik an den Architekturplänen: „An ein ikonisches, futuristisches Gebäude sollen (anstatt die vorhandene Architektur aufzugreifen) wieder mal nur ideenlose, langweilige Hochhäuser rangeklatscht werden.“ Er verweist auf andere Städte und Länder, die zeigen, wie interessante, innovative Architektur gehe. Sein Fazit: „Berlin ist und bleibt architektonisch ziemlich langweilig.“



