Leserbriefe: U8-Verlängerung, verspätete Pensionen, männliche Gewalt
Leserbriefe: U8, Pensionen, männliche Gewalt

U8-Verlängerung: Kritik an drei Kilometern und optimistische Bodenprognosen

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben mit Probebohrungen für die Verlängerung der U8 begonnen, begleitet von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU). Ein Leser, Thomas Hansen, äußert sich in einem Leserbrief dazu: „Ein sehr aufschlussreicher Bericht, der zu großer Hoffnung der Bewohner führt, endlich einen vernünftigen Verkehrsanschluss mittels der Metro zu erhalten.“ Er betont die Wichtigkeit der Probebohrungen für die Beurteilung der Bodenbeschaffenheit und spekuliert über sandige Böden und einen nicht allzu tiefen Grundwasserspiegel. Ironisch schlägt er vor, die unfertige Baugrube im Zentrum als Vorfluter für ein ortsnahes Freibad zu nutzen.

Hansen hinterfragt jedoch die geplante Länge der Verlängerung: „Warum man jetzt drei Kilometer realisieren will, finde ich befremdlich. Reicht es nicht aus, die Linie bis zum Zentrum und etwas darüber, im Bereich des Wilhelmsruher Damms, zu verlängern?“ Er argumentiert, dass eine kürzere Strecke eine verkürzte Bauzeit und erhebliche Kostendämpfung mit sich bringen würde. Hansen prognostiziert, dass die meisten Bewohner des Märkischen Viertels die Eröffnung des ersten Zuges in den 2040er-Jahren nur noch „von oben, genauer von Wolke 7“ staunend zur Kenntnis nehmen würden.

Verspätete Pensionen: Unmut über fehlende Aufklärung

Ein weiteres Thema in den Leserbriefen sind die verspäteten Auszahlungen von rund 70.000 Pensionen des Landes Berlin. Carola Kaltenegger kritisiert die Berichterstattung: „Sie schreiben in Ihrem Artikel über diesen Vorfall. Leider verknüpfen Sie im selben Beitrag das Thema mit anderen Aspekten des Beamtentums, zum Beispiel der Höhe der Zahlungen, die auf Berlin zukommen. So entsteht der Eindruck: Na, sollen die Pensionäre sich mal nicht so haben wegen eines Tages Verspätung, verdienen ja genug etc.“ Sie fordert stattdessen eine genauere Darstellung der Fehlerursache und der Folgen für Betroffene, etwa wenn Mieten oder Versicherungen ohne die Pensionszahlung abgebucht werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wolfgang Fink ergänzt: „Was will der Autor mit dem letzten Teil seines Artikels aussagen? Dass Pensionärinnen und Pensionäre nur Kostgänger des Staates und nur ein Kostenfaktor sind?“ Er betont, dass diese Pensionen rechtmäßig über einen langen Zeitraum erarbeitet wurden und ihnen zustehen, genauso wie eine Rente. Zudem weist er darauf hin, dass ohne Beamte keine Polizei, Feuerwehr oder Richter existierten. Er kritisiert, dass Bund und Länder eigentlich Rücklagen für die Pensionen hätten bilden müssen.

Donald Trumps Vermögen: Bewunderung für den Dealmaker

Klaus P. Jaworek kommentiert einen Artikel über Donald Trumps Vermögen: „Dealmaker Donald Trump zeigt es uns wieder einmal ganz deutlich, wie man Deals macht, eben weil er das besonders mitleidlos kann.“ Er beschreibt den 80-jährigen Präsidenten als tatkräftig und energisch, der übertreibe und mit seinen Gegnern Katz und Maus spiele. Jaworek resümiert: „Zu Donald Trump kann man stehen, wie man will: Er macht mit seiner Macht nur das, was er machen will; eben immer nur sein eigenes Ding.“ Er schließt mit der Bemerkung, dass Trump sich damit Tag für Tag eine „noch goldenere Goldnase“ verdiene.

Männliche Gewalt: Forderung nach gesellschaftlichem Umdenken

Bettina Fischer thematisiert in ihrem Leserbrief die Ursachen von Gewalt: „Eine ganz entscheidende, aber tabuisierte Frage ist doch: Wer verursacht zum größten Teil diese Gewalt? Es sind hauptsächlich Männer, die sich nicht im Griff haben, kein Nein akzeptieren, denken, dass für sie keine Regeln gelten.“ Sie kritisiert, dass männliche Gewalt gesellschaftlich akzeptiert sei und Strafen selten zu fürchten seien. Fischer rechnet vor: „Wieviel Geld könnten der Staat und die Gesellschaft sparen, wenn alle Männer sich sozial und nicht gesellschaftsschädigend verhalten würden? Gefängnisse, zu über 80 Prozent männlich belegt, teure Polizeieinsätze bei diversen Ausschreitungen, Frauenhäuser, Diebstahl, Wirtschaftskriminalität; und nicht zuletzt Größenwahn und Kriegslust in der Politik.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Sie fordert ein gesellschaftliches Umdenken: „Die ‚guten‘ Männer, die sich immer mehr unter Generalverdacht wähnen, sollten nicht die Frauen und den Feminismus bekämpfen, sondern sich endlich den vielen ‚schwarzen Schafen‘ des eigenen Geschlechts entgegenstellen.“ Zudem plädiert sie für mehr Investitionen in die Jugend, insbesondere junge Männer, um Werte wie Respekt, Solidarität und Menschlichkeit zu vermitteln.

Hinweise der Redaktion

Die Leserbriefe geben die Meinung der Leserinnen und Leser wieder, nicht die der Redaktion. Aufgrund der großen Zahl an Zuschriften ist es nicht möglich, jede Meinungsäußerung zu veröffentlichen oder zu beantworten. Die Redaktion der Berliner Morgenpost behält sich vor, die Briefe zu kürzen. Leserbriefe können per Post an die Berliner Morgenpost, Redaktion, Brieffach 3110, 10874 Berlin, per Telefon unter 030-8872 77887 oder per E-Mail an leserbriefe@morgenpost.de gesendet werden.