Die Suche nach dem Jugendwort des Jahres 2026 hat gerade erst begonnen, doch ein Begriff sorgt bereits für große Aufmerksamkeit: „Mehrzweckeier“. Wie der Verlag Pons Langenscheidt auf dpa-Anfrage bestätigte, wurden mehrere Varianten dieses Ausdrucks als Vorschläge eingereicht. Welche Schreibweise genau verwendet wurde, wollte der Verlag nicht kommentieren, um die Abstimmung nicht zu beeinflussen. Im Internet kursieren verschiedene Schreibweisen.
Herkunft des Begriffs
Bei „Mehrzweckeier“ handelt es sich offenbar um eine Abwandlung des Spruchs „Merz leck Eier“. Dieser tauchte erstmals bei Protesten junger Menschen gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht auf. Bei einer Schülerdemonstration Anfang März in Berlin trug ein 18-Jähriger ein Plakat mit der Aufschrift „Merz leck Eier“. Die Polizei leitete daraufhin Ermittlungen wegen des Verdachts der Verleumdung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz ein. Auch bei späteren Protestzügen waren ähnliche Plakate zu sehen.
Chancen auf den Titel
Ob der Begriff tatsächlich eine Chance hat, das Jugendwort des Jahres zu werden, ist fraglich. Artur Reiser, Marketing Manager bei Pons Langenscheidt, erklärte: „Mit dem Jugendwort des Jahres suchen wir Begriffe, die fest zum Wortschatz junger Menschen gehören und im Alltag selbstverständlich genutzt werden.“ Ausgeschlossen werden laut Verlag „offensichtliche Fakes, von Influencern initiierte Kampagnen sowie Begriffe mit beleidigendem, rassistischem, diskriminierendem oder sexistischem Charakter“. Da die Einreichungsphase noch bis zum 17. Juli dauert, will der Verlag die Entwicklung des Votings abwarten. Erst dann werde über das weitere Vorgehen entschieden. Die Top 10 sollen am 28. Juli veröffentlicht werden.
Jugendwort-Wahl: Teilnahme und Hintergrund
Seit dem vergangenen Freitag können Vorschläge unter www.jugendwort.de eingereicht werden. Laut Verlag kann jeder mitmachen, aber in die offizielle Auswertung fließen nur die Stimmen von Jugendlichen. Die meisten Teilnehmer sind zwischen elf und 20 Jahren alt. Im vergangenen Jahr gewann „Das crazy“. Die Jury bezeichnete den Ausdruck damals als „Allzweckwaffe der Sprachlosigkeit“ und als Alternative zu „Okay“. Verwendet wird er vor allem, wenn keine passende Antwort einfällt oder man höflich bleiben möchte.
Geschichte der Jugendwort-Wahl
Seit 2008 veranstaltet der Verlag die Wortsuch-Tradition. Dabei gab es mal witzige, mal kuriose Ergebnisse. Klassiker sind unter anderem „Gammelfleischparty“ für Ü-30-Partys, „hartzen“ für Nichtstun, „Niveaulimbo“ für flache Konversationen sowie „Swag“, „Yolo“ und „Babo“. Am 28. Juli werden die Top 10 bekannt gegeben, danach startet die öffentliche Abstimmung. Am 28. August werden die drei besten Begriffe präsentiert, und am 10. Oktober wird das Jugendwort mit den meisten Stimmen auf der Frankfurter Buchmesse gekürt.



